Botschafter zu Gast bei Gündüz

Gesprächsrunde: (v.l.) Erkan Gündüz, Ahmet Gündüz, Peter Beyer, Botschafter Hüseyin Avin Karslioğlu und Firat Sunel. Der Botschafter besuchte am Dienstag auf Einladung von Peter Beyer die Firma Gündüz.
Gesprächsrunde: (v.l.) Erkan Gündüz, Ahmet Gündüz, Peter Beyer, Botschafter Hüseyin Avin Karslioğlu und Firat Sunel. Der Botschafter besuchte am Dienstag auf Einladung von Peter Beyer die Firma Gündüz.
Foto: WAZ FotoPool
Hüseyin Avin Karslioğlu kam auf Einladung von Peter Beyer: „Die Firma in der Röbbeck ist ein gelungenes Beispiel für Integration“

Velbert..  Es hatte ein wenig etwas von einem Staatsbesuch, was sich da am Dienstagmorgen bei der Firma Gündüz in der Röbbeck abspielte: Zuerst fuhr eine schwarze Limousine vor, gefolgt von einer weiteren, mit Blaulicht auf dem Dach. Männer in Anzügen entstiegen den Wagen, erwartet von Fotografen und – noch mehr Männern in Anzügen.

Die Wartenden, das waren die Geschäftsführer und leitenden Angestellten der Firma Gündüz: Inhaber Ahmet Gündüz, die Söhne Erkan und Serkan, Betriebsleiter Ali Oflaz, der Leiter der Qualitätssicherung Dirk Kramwinkel und die einzige Dame der Runde, Petra Federico aus der Buchhaltung. In der dunklen Limousine kam hoher Besuch. Auf Einladung von CDU-MdB Peter Beyer hatten sich der türkische Botschafter Hüseyin Avin Karslioğlu aus Berlin sowie der türkische Generalkonsul Firat Sunel und der Wirtschaftsattaché Serhan Alpaslan angesagt. In der zweiten Limousine folgten die Bodyguards.

Ein Familienunternehmen

Sie alle drängten sich danach durch die Produktionsräume der Firma, die seit dem Jahr 2000 ihren Standort in der Röbbeck hat. „Ein bisschen stolz sind wir schon auf das, was unser Vater erreicht hat“, sagt Serkan Gündüz (30), der jüngere Sohn. „Er hat als einfacher Arbeitnehmer angefangen und sich dann zusammen mit seinem Bruder seit 1991 dieses Unternehmen aufgebaut.“ Sowohl Serkan als auch sein ein Jahr älterer Bruder Erkan sind in den Betrieb involviert. Während der jüngere der beiden Brüder als Produktionsleiter komplett eingebunden ist, ist der 31-jährige Erkan „hauptberuflich eigentlich bei einer Bank angestellt. Trotzdem helfe ich hier im kaufmännischen Bereich und unterstütze meine Familie.“

Aktuell sind 70 Prozent der Mitarbeiter türkischer Herkunft. „Zufall“, sagt Erkan Gündüz. „Die Herkunft interessiert uns nicht, wir achten auf die Qualifikation der Mitarbeiter.“ Der CDU-Abgeordnete Peter Beyer möchte die Firma vor dem Hintergrund ihrer Geschichte daher als gelungenes Beispiel für Integration vorzeigen – deswegen auch der Besuch des Botschafters. Ob ihn die Integrations-Debatte denn nicht auf die Nerven gehe? Erkan Gündüz grinst und versucht, sich diplomatisch auszudrücken: „Wir stehen über den Dingen und versuchen lieber, durch unsere Arbeit und die Qualität unserer Arbeit zu überzeugen.“ Doch eines ist dem Sohn des Inhabers dann doch wichtig: „Ohne Sprachkenntnisse geht es nicht. Mein Bruder und ich hatten da zum Glück nie Probleme.“

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