Besitzer verteidigt Wohnmobil-Parkplatz an Bushaltestelle in Velbert-Langenberg

Foto: WAZ FotoPool
Der Langenberger Werner Allwermann wehrt sich gegen Falschparker-Vorwürfe: Sein Wohnmobil stehe auf seinem eigenen Grundstück, erklärt der Anwohner der Donnerstraße. Sogar bedroht habe man ihn schon deswegen. Und ein Knöllchen der Stadt habe er nur gegen Vorbehalt bezahlt – und Einspruch eingelegt.

Velbert-Langenberg.. Da fühlte er sich doch zu Unrecht an den Pranger gestellt: Werner Allwermann, pensionierter Oberstudienrat und Besitzer des Wohnmobils, das an einer Bushaltestelle an der Donnerstraße parkt. Dass er dafür vier Knöllchen vom Ordnungsamt kassierte, sei zwar richtig. „Ich habe aber das letzte nur unter Vorbehalt gezahlt und Widerspruch eingelegt“, teilte er jetzt der Redaktion mit.

Denn: Für die Knöllchen gebe es überhaupt keine Rechtsgrundlage, ist Allwermann überzeugt. „Das Wohnmobil steht schließlich auf meinem Grundstück, das reicht bis an die Straße“, erklärt der 67-Jährige. Zudem blockiere er auch die Haltestelle nicht. „Ich muss laut Straßenverkehrsordnung 15 Meter Abstand vom Bushaltestellenschild einhalten – das tue ich.“

Im Übrigen habe er den Parkstreifen vor seinem Haus, auf dem das Wohnmobil steht, vor Jahren auf eigene Kosten von einem Gartenbaubetrieb auf seinem Grundstück anlegen lassen. Zudem sei er, obschon es sein eigener Grund und Boden sei, nicht einmal Dauerparker dort: „Ich stehe dort eigentlich nur, um die Batterien zu laden oder wenn ich Sachen aus- oder einräumen will – ansonsten habe ich einen Stellplatz in einem Industriegebiet in Velbert“, so Allwermann.

Wohnmobil soll sogar Raser bremsen

Zudem sei er überzeugt, dass kein Schüler beim Ein- oder Aussteigen aus dem Schulbus gefährdet werde. „Kinder gefährden – das würde ich niemals tun“, erklärt der ehemalige Lehrer entrüstet. Und er versichert: „Das Gegenteil ist der Fall: Dadurch, dass das Wohnmobil hier steht, werden die Autofahrer gezwungen, langsamer zu fahren“, hält Allwermann entgegen. Sonst nämlich werde von vielen Autofahrern auf der Donnerstraße wie irre gerast. „In der Vergangenheit wurde mein Auto beim Herausfahren aus der Garage mehrfach durch Raser stark beschädigt, ich habe das Bremsspuren von 80 Metern und mehr gemessen“, berichtet der Pensionär.

Von Unbekanntem bedroht und beleidigt

Dass ihn ein Langenberger, der sich jetzt bei der WAZ meldete, mehrfach anzeigte, könne er nicht verstehen, so Allwermann, der übrigens selbst kürzlich bei der Polizei Anzeige gegen Unbekannt erstattete – wegen Beleidigung und Bedrohung: „Hey, du kannst nicht Parken. Ernsthaft. Lern’s gefälligst, A...loch. Noch einmal, und es werden unschöne Dinge mit deinem Wagen passieren“, ist auf der Karte zu lesen, die Allwermann jüngst an seinem Auto vorfand und die er jetzt der WAZ präsentierte.

Stadt bleibt dabei: Fahrzeug parkt falsch

Für die Stadt allerdings bleibt der Wohnmobilbesitzer ein Falschparker. „Das Fahrzeug steht auf dem Gehweg, und dort gilt generell ein Parkverbot“, so Stadtsprecher Blißenbach. Wolle Allwermann eine Nutzungsänderung als Parkfläche, müsse er diese beantragen – auch wenn es sein eigenes Grundstück sei. Blißenbach: „In jedem Fall muss er von sich aus aktiv werden.“

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen