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Besichtigung des Langenberger Senders – seltenes Vergnügen

Foto: WAZ FotoPool
Ein Käfermotor treibt den Lift an, der im Innern des Langenberger Senders bis in die Spitze fährt. Auch das erfuhren die Besucher bei einer „Werksbesichtigung“, die ihnen jetzt die Velbert Marketing GmbH ermöglichte. Dabei durften die Gäste sogar einen Blick in die Schaltzentrale des Senders werfen.
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Langenberg..  Bereits eine Viertelstunde vor Beginn der Führung warteten 17 Besucher vorm Eingangstor des WDR-Gebäudes auf dem Hordtberg. Vorsorglich früh waren sie aus Dortmund, Bochum, Bottrop und Essen angereist, denn die Gelegenheit wollten sie nicht entgehen lassen: Die Besichtigung der Langenberger Sendeanlagen, die ihnen von der Velbert Marketing Gesellschaft ermöglicht wurde.

Bei der Begrüßung auf dem Freigelände erläutert Sendertechniker Christian Piezonka kurz die Geschichte der Sendetürme, die Programme nicht nur verbreiten, sondern auch empfangen. Staunen bei den Besuchern, als sie erfahren, dass im Innern des großen Gittermastes ein Fahrstuhl bis hinauf zu den obersten Antennen fährt. „Etwa 25 Minuten benötigt der Lift bis nach ganz oben, angetrieben wird er von einem Käfermotor“, erklärt der Fachmann, der dann die meist technisch vorbelasteten Besucher zur großen Antennenschüssel. Neun Meter misst die im Durchmesser. Hier werden ab Dezember vier HD-Programme, hochauflösende digitale Fernsehprogramme, zum ASTRA-Satelliten gesendet, die dann vom Verbraucher über eine Schüssel zu empfangen sind.

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Nachts wird Sendeleistung gesenkt

Der Weg führt nun zu einem Gebäude, aus dem die Mittelwelle sendet. Sie hat die größte Reichweite. Was für den Sender Langenberg bedeutet, daß in den Abend- und Nachtstunden, in denen die MW besonders gut zu empfangen ist, die Sendeleistung sequenziell reduziert wird, um einen englischen Sender, der die gleiche Frequenz benutzt nicht zu stören.

Weiter geht es in den Bereich, wo die Radioprogramme des WDR verarbeitet werden und die DVB-T Fernsehsender zusammenlaufen. Hier werden dann die von den Sende- und Lokalredaktionen „gemixt“ und die übertragenen Programme einzeln selektiert.

Wie im Tower eines Flughafens

Nun führte Piezonka die Gruppe zu seinem Hauptarbeitsplatz. Jenem schlicht „Betriebszentrale“ genannten Raum, der rund um die Uhr an allen Tagen von zwei Mitarbeitern besetzt ist. Wie der Kontrollturm eines Flughafens mutet der an. Vor zig Monitoren und Kontrollgeräten sitzt Adrian Wieczorek. Von hier aus wird nahezu das ganze Gebiet des WDR-Senderbetriebes fernüberwacht und -gesteuert.

Radiosignale sind die schnellsten

Die Führung ist aber noch nicht vorbei: Es geht zum „Multiplexzentrum“. Hier stehen Computer, die eine Datenreduktion fürs DVB-T Fernsehen vornehmen. Die Frage Piezonkas, welche Übertragungsart als erstes zu Silvester den Jahresübergang darstellt, kann kein Besucher beantworten. Piezonka verrät: Die Radioübertragung ist die direkte. Mit Verzögerung kommen das Satellitenfernsehen, dann das stärker komprimierte DVB-T und dann das langsame Internet. Hier ist das Bild eventuell erst nach zwanzig Sekunden zu sehen.

Blick hinter die Mauern beeindruckt Besucher

Am Ende der Runde zeigen sich die Besucher nicht nur von der sachkundigen, aber keineswegs von „Fachchinesisch“ begleiteten Führung durch Christian Piezonka begeistert. Auch die „Heiligtümer“, die hinter den Mauern der Sendeanlage verborgen sind, hat alle überrascht. Hans-Joachim Gromm aus Hattingen findet dafür nur ein Wort: „Beeindruckend!“

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