Bei Kaiser in Velbert ist nun die vierte Generation am Ruder

Die Wirtschaftsjunioren hielten ihr Monatstreffen diesmal bei Kaiser Werkzeugbau ab. Hier erläutern (v.l.) Juniorchef Felix Kaiser und Vater Wolfgang Robin Clemens und Tina Schmidt von den Wirtschaftsjunioren ein Produkt.
Die Wirtschaftsjunioren hielten ihr Monatstreffen diesmal bei Kaiser Werkzeugbau ab. Hier erläutern (v.l.) Juniorchef Felix Kaiser und Vater Wolfgang Robin Clemens und Tina Schmidt von den Wirtschaftsjunioren ein Produkt.
Foto: Heinz-Werner Rieck
Zum Monatstreffen der Wirtschaftsjunioren Niederberg ging es diesmal zu Werkzeugbau Kaiser. Hier ließen sich die Jungunternehmer den Familienbetrieb zeigen.

Kaum haben sich die letzten Besucher auf die nett hergerichteten Bierzelt-Bänke gesetzt, wird es laut in der Werkshalle bei Kaiser am Burgfeld. Nein, gefeiert wird hier (noch) nicht, es ist lediglich ein heftiger Regenschauer, der Felix Kaiser, den Juniorchef, dazu zwingt, lauter zu reden.

Kaiser ist Mitglied bei den Wirtschaftsjunioren und hat zum Monatstreffen in die Hallen seines Betriebs geladen. In vierter Generation werden hier Werkzeuge hergestellt – nicht Hammer, Zangen oder Schraubenzieher, sondern Press- und Stanzwerkzeuge für die Industrie. „Und weil das viele nicht wissen, habe ich euch heute hierhin eingeladen“, beginnt er seinen Kurzvortrag über die Geschichte des Familienbetriebs.

15 Monate und noch kein Knall

Vater Wolfgang Kaiser sitzt derweil im Hintergrund, lauscht seinem Sohn und Nachfolger. „Ich bin stolz darauf, dass einer aus der Familie das Interesse hatte, in diesen Betrieb einzutreten – und das aus eigenem Antrieb heraus.“ Seit nunmehr 15 Monaten stehen Vater und Sohn nun gemeinsam an der Spitze des 1935 gegründeten Unternehmens, „und den ersten Knall zwischen uns muss es noch geben“, erzählt Wolfgang Kaiser lachend. „Denn wir hören gegenseitig auf unseren Rat, hören uns zu und kommen so schnell zu Einigungen.“

Dass sein Sohn die Abläufe im Unternehmen umstrukturiert, mehr auf digitale Technik setzt, findet der Seniorchef gut: „Ich bin froh, dass er das macht. Ich glaube, ich hätte das nicht mehr hinbekommen.“ Wo früher Konstrukteure und Arbeiter mit riesigen Papierzeichnungen hantierten, hängen nun zwei Monitore. Dort kann wer will oder muss, das Werkstück digital in 3D betrachten, drehen, aufschneiden; einzelne Elemente können vergrößert betrachtet werden.

Dass Wolfgang Kaiser dennoch dieser Entwicklung folgen kann, verdanke er ebenfalls seinem Filius, sagt er: „Wenn ich etwas nicht verstehe, frage ich ihn einfach. Und Felix nimmt sich dann auch mal abends eine Stunde Zeit, um mir bestimmte Abläufe zu erklären. Das würde ich wohl mit niemand anderem machen.“

Die Zusammenarbeit von Vater und Sohn hat aber schon früher begonnen: Felix Kaiser arbeitete nach Ausbildung und Studium zunächst „auf der anderen Seite“, kaufte Werkzeuge für ein produzierendes Unternehmen ein. „Und auch da hat er schon beim Vater gekauft. Hat gut geklappt“, sagt Wolfgang Kaiser. Und hat einen weiteren Vorteil ausgemacht: „Mein Sohn kennt nun beide Seiten, das hilft beim Umgang mit den Kunden.“

Betriebsbesichtigung

Die Gruppe der Wirtschaftsjunioren – junge Unternehmer, die maximal 40 Jahre alt sind – ist inzwischen auf Betriebsbesichtigung, schaut sich die Produktion an, lässt sich Werkzeuge vorführen. Es wird laut, trotz gehörigen Abstands. „Zu meiner Zeit gab es so eine Vereinigung wie die Wirtschaftsjunioren noch nicht“, berichtet Wolfgang Kaiser. „Aber auch das finde ich eine gute Sache, denn ich kann aus meiner Erfahrung nur sagen, dass die Zusammenarbeit von Jung und Alt Spaß macht“, sagt Kaiser und beißt herzhaft in eine frisch gegrillte Wurst.

 
 

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