„Batman“ haust in Velberts luftiger Höhe

Hoch hinaus aus Angst vor Mardern und Katzen: Hier sind die Fledermäuse in Sicherheit.
Hoch hinaus aus Angst vor Mardern und Katzen: Hier sind die Fledermäuse in Sicherheit.
Foto: WAZ FotoPool
Der Naturschutzbund hängte mit Kindern am Friedhof Fledermauskästen auf. Die Feuerwehr rückte mit Leiterwagen an – Nachwuchs kommt im Frühling.

Velbert.  Aufgeregt, aber sichtlich professionell steht Leonie in vier Metern Höhe im Drehleiterkorb eines Feuerwehrwagens und hält einen Kasten an den Baum. „Das machst du toll“, lobt Frank Todt vom Naturschutzbund (Nabu), während er die Holzkonstruktion mit einem Nagel an die Linde hämmert. Die Sechsjährige hat gerade geholfen, einen Fledermauskasten anzubringen.

Der Nabu montiert in Zusammenarbeit mit der freiwilligen Feuerwehr Velbert die Kästen an die Baumriesen des Ev. Friedhofes . „Das ist total aufregend, da oben zu stehen“, strahlt Leonie, die es kaum abwarten kann, dass die ersten Fledermäuse einziehen. Dass sie im Drehkorb steht, hat seinen guten Grund, wie Frank Todt erklärt: „Die Kästen müssen in vier bis sechs Metern Höhe angebracht werden, damit weder Marder noch Katzen an die Fledermäuse kommen. Mit einer Leiter wäre das zu gefährlich.“ Frank Todt war es auch, der den Kontakt zur Feuerwehr hergestellt hat. „Wenn wir helfen können, dann tun wir das gerne“, versichert Sebastian Hoguth, Einsatzbereichsleiter für Velbert-Mitte. Angebracht werden die Holzkästen mit Aluminiumnägeln, die rosten nicht – so werden die Bäume nicht beschädigt.

Die Kästen selbst haben Kinder der EC-Jungschar der Gemeinde Bleibergquelle unter Anleitung zusammengebaut worden. „Wichtig ist es, angerautes Holz zu verwenden, damit sich die kleinen Blutsauger mit ihren Füßen festhalten können“, erklärt Nabu-Mitglied Daniela Niehues. Zwischen 30 bis 40 Tiere sollen in einem Kasten wohnen. Ganz schön viele, denkt sich der Laie. Doch wenn man bedenkt, dass eine Zwergfledermaus – eine von 26 Arten in ganz Deutschland und eine von sieben in unserer Region – in einer Streichholzschachtel Platz hat, ist das locker möglich. „Fledermäuse mögen es warm und kuscheln sich aneinander“, sagt Frank Todt. „Der Friedhof eignet sich wunderbar. Ein ruhiger Ort, an dem die Fledermäuse bis zu 1000 Mücken, also ein Drittel ihres Körpergewichtes, pro Nacht fangen können“, erklärt der Fachmann.

Genau jetzt ist die Zeit, in der sich die Tiere paaren. Doch ist der Winter nicht schädlich für die Kleinen? „Natürlich ist er das, sehr sogar. Aber die Muttertiere können nach der Begattung selbst entscheiden, wann der Eisprung stattfindet. Das hängt von den Temperaturen ab“, weiß Fledermausexpertin Daniela Niehues. „Während ihrer Winterruhe passiert also nichts“, fügt sie hinzu. Mit Nachwuchs ist im März und April zu rechnen.

 
 

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