Bastian Kopp präsentiert Kleinkunst ganz groß

Langenberg.. Kleinkunst – kleine Kunst? Von wegen! War doch an diesem Abend im AlldieKunst-Haus ein Mann zu Gast, der sein Programm in pianistisch und „chansonistisch“ meisterhafter Weise, nämlich ganz ohne Selbstdarstellungsgehabe, präsentierte: Ganz im Dienste seines literarisch-musikalischen Schöpfers präsentierte Bastian Kopp die geistreich-frechen, sprachakrobatischen Lieder Georg Kreislers.

Versiert, pointiert, die Lachmuskeln strapazierend wie die Seelen aufrührend, machte er dem Namen des österreichischen Ausnahme-Liedermachers alle Ehre – und sich selbst natürlich auch. Der in Düsseldorf ansässige Künstler, der sich vor allem im Theater-Geschäft als Begleitung weiblicher Diseusen, aber auch gern als Barpianist betätigt, hat die Gabe, sowohl die bitterbösen, politischen Liedtexte Kreislers wie „Der Furz“ oder „Der Staatsbeamte“, wie auch die poetischeren, nicht minder bösen Liebeslieder und auch die absurden, dadaistisch anmutenden Verse auf eine sehr treffliche, stilsichere Art zu interpretieren.

Ob er „Draußen, alles ist so draußen…“ oder „Freiheit ist, sich vom Gehorsam auszuruhen“ singt: Immer wieder hat man das Gefühl, dass er mit Kreisler seelenverwandt ist. Gleichwohl seine Art, die Bühne zu beleben, ganz etwas Eigenes hat: Eben nicht so, dass er sich was zu eigen macht auf eine irgendwie abkupfernde Weise, wie man zuweilen auch erlebt und wie es dann oft einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Nein – Kopp ist ganz er selbst und huldigt einem Großen auf seine eigene leise, großartige Weise.

Und: Das Publikum dankte es ihm mit begeistertem Applaus. Der künstlerische Leiter des Hauses Norbert Bauer, ist auch heute wieder vollauf zufrieden mit der Resonanz. „Obwohl – ein paar Leute mehr wären schon schön gewesen!“ Na ja: „Klein-Kunst“ bezieht sich zuweilen eben nicht auf die Kunst, sondern auf die Publikumszahl. Sei’s drum: Damit haben sich auch Kreisler und viele andere künstlerische „Großkaliber“ arrangieren können.

 
 

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