Bande soll Senioren betrogen haben

Wuppertal.  Im Prozess gegen eine mutmaßliche Trickbetrüger-Bande haben drei Angeklagte Geständnisse angekündigt. Mutmaßliche Tatorte sind neben Velbert, Erkrath und Solingen unter anderem Berlin, Hamburg und Stuttgart. Der Staatsanwalt: „Die Angeklagten haben sich zur fortgesetzten Begehung von Straftaten und zum arbeitsteiligen Vorgehen zusammengeschlossen.“

Im Prozess vor dem Landgericht in Wuppertal gegen sechs Angeklagte (24 bis 52 Jahre alt) geht es um mindestens eine Viertelmillion Euro Schaden. Die Opfer waren durchweg Senioren. Mehrere sind sehbehindert oder anderweitig erkrankt. Die Angeklagten sollen jeweils einen Anruf von der Polizei oder von einer Landesbank vorgetäuscht haben. Die Opfer hätten angeblich Falschgeld im Haus. Das müsse abgeholt und „kontrolliert“ werden. Dazu meldete sich jeweils ein Abholer an der Wohnungstür.

Mehrere Geschädigte sollen sogar ein zweites Mal angegangen worden sein. Angeblich hätten Ermittler Beute aus der jeweils ersten Tat gefunden. Der Angerufene sollte einen weiteren Betrag „als Sicherheit“ zahlen, um später alles zurück zu bekommen. Die Opfer wurden bei diesen Versuchen allerdings rechtzeitig misstrauisch.

Bei den Angeklagten handelt sich um zwei Brüder, ihre Söhne und Neffen. Während die Anklageschrift verlesen wurde, zeigte sich einer der Hauptangeklagten (31, Foto) sichtlich amüsiert. Der Älteste schüttelte demonstrativ den Kopf.

Er hatte zu Sitzungsbeginn im Saal protestiert: Er sei beim Gefangenentransport lauter Musik und kalter Zugluft ausgesetzt gewesen. Das richte sich gegen ihn als Angehörigen der Roma. Ein weiterer fügte hinzu: „Wir werden behandelt wie Terroristen!“ In wieweit der Beschwerde nachgegangen wird, ist laut Gericht noch offen.

Erste Angaben wollen die Angeklagten am Freitag machen.

 
 

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