Auf dem Weg nach Hause einfach zusammengeschlagen

Nicole Krzemien
Sven von Rosmalen wurde in den frühen Morgenstunden mehreren Jugendlichen angegriffen und verletzt. Foto: H.W. Rieck
Sven von Rosmalen wurde in den frühen Morgenstunden mehreren Jugendlichen angegriffen und verletzt. Foto: H.W. Rieck
Foto: WAZ FotoPool
Sven von Rosmalen wurde auf dem nächtlichen Weg nach Hause auf der Oststraße in Velbert krankenhausreif geprügelt. „Du kommst hier nicht durch“, hatte ein südländisch wirkender Typ bestimmt. Nasenbein und Kiefer wurden angebrochen. Nach dem Krankenhaus folgte eine wahre Weiterbehandlungs-Odyssee.

Velbert. „Er könnte an mir vorbeigehen und ich würde ihn nicht wiedererkennen“, sagt Sven von Rosmalen, während er seinen Heimweg noch einmal abläuft. „Mein Adrenalin geht hoch“, beschreibt er dabei sein Gefühl.

In der Nacht vom 1. zum 2. Oktober ist der 21-Jährige, zwei Minuten von seiner Haustür entfernt, zusammengeschlagen worden – krankenhausreif. Gegen 3.30 Uhr, nach einer Feier, wollte der junge von Rosmalen von der Oststraße an der Haltestelle Christuskirche in die Kurze Straße gehen. An dem Kiosk lungerten Typen. Deshalb überquerte er die Straße noch. „Du kommst hier nicht durch“, bestimmte ein südländisch wirkender Typ. Zwischen acht und zwölf standen ihm gegenüber. So drehte er wieder auf die Oststraße um und ging weiter. „Ich war genervt und angespannt“, erinnert sich von Rosmalen. Meint aber, wenn er Angst gehabt hätte, wäre er weggerannt.

In der Höhe Oststraße 35 schlugen die Täter so auf ihn ein, dass er eine mittlere Gehirnerschütterung und Rippenprellungen davon trägt. Ebenso waren das Nasenbein und der Kiefer angebrochen sowie ein Zahn ausgeschlagen. Ein Zeuge beobachtete die Szene aus dem Fenster, so sagte dieser später von Rosmalens Frau, und eilt mit einem Handtuch herbei. Die Täter flüchten mit seinem Portemonnaie. Die Blutflecken sind heute noch auf dem Bürgersteig sichtbar. Der unbekannte Helfer begleitet den 21-Jährigen nach Hause. Von Rosmalens Frau bringt ihn ins Krankenhaus. Der Zeuge verabschiedet sich. Die Anzeige bei der Polizei folgt am selben Tag.

„Ich fühle mich alleingelassen“

Aus dem Krankenhaus heraus, beginnt für den 21-Jährigen eine kleine Weiterbehandlungs-Odyssee. „Der praktische Arzt schickte mich zum Unfallarzt, der mich eine Woche krankgeschrieben hat“, berichtet er. Die Schmerzen ließen nicht nach, also wieder zum Unfallarzt, der ihn zum Hausarzt schickte. Der fühlte sich nicht zuständig und verwies ihn wieder zum Unfallarzt. „Dann bin ich wieder arbeiten gegangen.“ Die Geldbörse wurde gefunden und in seinen Briefkasten geworfen. Das Bargeld fehlte.

Das ist die Darstellung von Sven von Rosmalen, sein persönliches Empfinden. „Ich fühle mich alleingelassen“, beschreibt der zurückhaltende junge Mann seinen momentanen Zustand.

„Hausbefragungen wurden durchgeführt, aber der Zeuge konnte nicht gefunden werden“, sagt Polizei-Pressesprecher Ulrich Specht. Außerdem sei der Mann alkoholisiert gewesen und könne sich an nichts erinnern. „Die Ermittlungen laufen noch“, berichtet Spechts Kollege Ulrich Löhe. Es sei ein unklarer Sachverhalt. „Toll“ für Sven von Rosamalen wäre es, „wenn sich der Zeuge melden würde“. Zum einen könnte sich der junge Mann bedanken, zum anderen der Zeuge vielleicht zur Aufklärung beitragen. „Das wichtigste für mich ist aber, dass die Bevölkerung gewarnt ist.“ Der 21-Jährige ist kein Pöbeltyp. Er schaut, während er den Weg noch einmal abläuft, immer wieder zur Seite. Dann sinniert er: „Hätte einer ein Messer gehabt und noch größeren Frust, wer weiß, wie es ausgegangen wäre.“