Alles unter einem Dach

Foto: WAZ FotoPool

Velbert.. Gedränge auf der Velberter Seniorenmesse: Zwischen den Ständen ging es nur im Stop-and-Go-Verfahren voran, so viele Bürger fanden den Weg ins Forum.

An 66 Ständen konnten sich die Damen und Herren des älteren Semesters nicht nur über Hörgeräte, Zahnprothesen und Rollatorenformieren. WAZ-Mitarbeiterin Kirsten Gnoth mischte sich unters Publikum.

Mit 50 Jahren zählt man zu der Gruppe der Senioren. Davon bin ich also noch 28 Jahre entfernt. Meine Knie zicken noch nicht. Und genau deshalb habe ich mir gleich am Eingang des Forums ein paar rüstige Rentner geschnappt und auf einen Messerundgang eingeladen. Diese Damen und Herren erklären einem Jungspund wie mir mal, wonach sie auf der Messe suchen und was sie interessiert.

Für die Zukunft sorgen

„Ich persönlich finde es wichtig, sich über eine Patientenverfügung und das Betreuungsrecht zu informieren“, sagt Siegfried Seipenbusch (83) und steuert direkt auf einen Info-Stand zu. Viele ältere Menschen hätten so etwas immer noch nicht, obwohl dieser Schritt doch ein so wichtiger sei. „Selbst ich habe mich Jahr und Tag davor gedrückt. Aber ich denke, das ist ganz natürlich. Der Mensch will alt werden, aber alt sein ist eine Last“, gesteht Seipenbusch. Mittlerweile habe er aber alles notariell geregelt. „Irgendwann kommen Sie in ein Alter, wo man ins Krankenhaus muss“, so der 83-Jährige. Jetzt muss Siegfried Seipenbusch aber erstmal zu seinem eigenen Messestand zurück. „Ich habe eine Osteoporose-Selbsthilfegruppe hier in Velbert.“

Lange dauert es nicht, bis ich den nächsten Senior gefunden habe, der mir einen Einblick ins Alter gewährt. „Ja wissen Sie, mittlerweile höre ich nicht mehr so gut. Ich glaube, ich brauche ein Hörgerät“, gibt Herta Reinfeld zu. „Aber die Dinger sind heutzutage eigentlich ganz schick. Einen Klotz hinter dem Ohr wollte ich nie haben“, sagt die 74-Jährige. Ihr Mann habe ihr geraten, sich hier auf der Messe zu informieren. Die Auswahl ist groß, gleich mehrere Betriebe stellen ihre Produkte aus. „Vielleicht kann ich dann auch wieder meinen Mann besser verstehen“, scherzt Herta erklärt Reinfeld und setzt flüsternd hintendran: „Manchmal muss ich ihn aber auch nicht unbedingt hören.“

Ruth Goralski zeigt sich auf der Seniorenmesse von ihrer mutigen Seite. Sie lässt sich stechen – nein, keine Tätowierung. Der kleine Pieks ist nötig, um den Blutzucker zu bestimmen. „Bis jetzt habe ich noch keinen Zucker“, so die 71-Jährige. Das elektronische Messgerät gibt der Rentnerin recht. Ein Wert von 121 liegt ganz knapp über dem Normalwert (80-120). Nach einem reichhaltigen Frühstück ist das nicht verwunderlich. Mit einem Muffin in der Hand macht sich Ruth Goralski wieder auf den Weg durch die Menge. „Die Messe ist schon ziemlich anregend. Man kann sich prima bei den Leuten erkundigen“, findet die Rentnerin. Dieses Gefühl hatten auch viele der anderen Besucher. Vollbepackt mit Prospekten und Pröbchen verließen sie das Forum. Und auch ich bin ein Stückchen schlauer geworden, wie das Leben im Alter so sein könnte...

 
 

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