Alkohol – die Gefahr lauert überall

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Zwanzig Jahre währte seine „Trinkerkarriere“, dann schaffte Burkhard Thom es, „trocken“ zu werden. 23 Jahre später zeigt der gebürtige Langenberger nun in seinem Buch auch anderen Wege auf, die Sucht zu besiegen.

Bergheim..  „Ich bin wahrlich nicht stolz, gesoffen zu haben, aber ich bin stolz, ein trockener Alkoholiker zu sein“. Seit 23 Jahren kann er das von sich sagen: Burkhard Thom, 65 Jahre alt, bis 2015 Einkaufsleiter eines Versandhandelsunternehmens. Und weil er der Meinung war, das es schon jede Menge Bücher über „Suchtkarrieren“ gibt, aber leider kaum eins, das sich speziell auch dem Umfeld und dem leben nach dem Entzug widmet, schrieb der gebürtige Langenberger dieses Buch eben selbst.

„Alkohol – die Gefahr lauert überall“, lautet sein Titel. Wobei der frühere Arbeitstitel beinahe noch treffender anmutet. „Be- und Erkenntnisse eines Trinkers“, hatte der mal geheißen. Und so erfährt der Leser durch dieses Buch auch viel mehr als die bloße Beschreibung einer 20-jährigen „Trinkerkarriere“. Einer „Karriere“, die früh anfängt: „Schon während meiner Lehrzeit kam ich mit Alkohol in Berührung“, blickt der heute in Bergheim lebende Autor zurück, der in Langenberg die „Packkiste“ und später auch das Gymnasium besuchte und sich als Jugendlicher mit einem Zeilengeld von 15 Pfennig das Taschengeld bei der Langenberger Zeitung verdiente.

Fürs Umfeld und die Co-Alkoholiker

Neben der Schilderung, wie in seinem Leben aus regelmäßigem Alkoholkonsum schließlich eine manifeste Sucht wurde, bietet der Autor dem Leser (Zielgruppe: „Angehörige, Umfeld, Kollegen, Freunde, meist Co-Alkoholiker, aber auch Betroffene“) zahlreiche Hilfestellungen für den Ausstieg aus der Sucht an. Wobei damit nicht einmal der erste Alkoholverzicht, der „kalte“ oder auch medikamentengestützte Entzug gemeint ist. „Wie geht das Umfeld mit dem Kranken um, wie verhält sich der Kranke nach dem Entzug und worauf muss er achten?“ Vor allem auf diese Fragen will Thom Antworten geben.

33 „alkoholfreie“ Rezepte vom Sternekoch

Neben der Frage, wie man damit umgehen sollte, im Alltag immer wieder mit Alkohol konfrontiert zu werden, enthält das Buch auch Informationen darüber, wie große Lebensmittelkonzerne heute auch diesbezüglich über die Inhaltsstoffe ihrer Produkte aufklären. Und – ein ganz besonderes Kapitel: 33 Rezepte, in denen Sternekoch Sascha Stemberg verrät, wie man auch ohne alkoholische Zutaten auf höchstem Niveau kochen kann.

Weitgehend ohne drohend erhobenen Zeigefinger geschrieben, zieht Thom dennoch eine im wahren Wortsinn nüchterne Bilanz: „Du glaubst, du bist stark? Der Alkohol ist in jedem Fall stärker.“

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