A 44 in Velbert bleibt noch bis 2020 lückenhaft

Bis 2016? Das wird wohl nichts mehr. In der Ratssitzung wurde jetzt die Fertigstellung für 2017 in Aussicht gestellt.
Bis 2016? Das wird wohl nichts mehr. In der Ratssitzung wurde jetzt die Fertigstellung für 2017 in Aussicht gestellt.
Foto: Funke Foto Services
DEGES ist jetzt statt Landesbetrieb Straßen.NRW für Bauvorbereitung und Bau des Westabschnitts zuständig. Es gibt dort noch kein Planungsrecht. Ost-Ast soll wohl 2017 fertig werden.

Kinder, wie die Zeit vergeht! Im April 2010 war’s, dass sich die Verkehrsminister von Bund und Land auf halber Strecke der künftigen Trasse trafen und den ersten Spatenstich für den Weiterbau der A 44 machten. Die geschätzte Bauzeit werde rund sechs Jahre betragen, hieß es bei der Feier damals zuversichtlich. Doch aus heutiger Sicht liegt der Lückenschluss noch in ziemlich weiter Ferne: „Ganz grob geschätzt“ 2020, heißt es nun.

Diese Perspektive für die Fertigstellung teilte – übrigens erst auf Nachfrage – Karl-Heinz Aukschun am Dienstagabend im Rat mit. Der bei der Projektmanagementgesellschaft „DEGES“ beschäftigte Abteilungsleiter berichtete in der Sitzung, wie es im etwa 4,5 Kilometer langen Westabschnitt weitergehen werde bzw. solle. Also zwischen Heiligenhaus (L 156/Ratinger Straße) und Ratingen/A 3 (Autobahnkreuz Ratingen-Ost). Die „Deutsche Einheit Fernstraßenplanungs- und -bau GmbH“ ist vom NRW-Fachministerium beauftragt worden, diesen West-Ast zu bauen. „Wir treten an die Stelle von Straßen-NRW“, erklärte Aukschun, derweil der Landesbetrieb weiter den Ostabschnitt von Velbert (Anschlussstelle Heiligenhaus-Hetterscheidt) bis zur L 156 „bearbeite“. Dieses Teilstück soll nach jetzigem Stand wohl gen Mitte 2017 fertig werden und dann auch in beiden Richtungen befahrbar sein.

Hingegen hat die DEGES für einen Teil ihrer Strecke vor dem BAB-Kreuz aktuell noch gar kein Planungsrecht. Hierzu laufe ein so genanntes Deckblattverfahren, so Aukschun. Man erwarte den Beschluss der Genehmigungsbehörde – zuständig ist die Bezirksregierung Düsseldorf – fürs erste Quartal 2016. Kommen dann aber noch Klagen, wird auch 2020 fraglich. Konkret geht es um ein Trinkwasserschutzgebiet, durch das etwa drei Kilometer der A 44 führen (werden). Geplant sind dort u. a. ein Regenrückhaltebecken im BAB-Kreuz und eine aufwändige Entwässerung „der gesamten A 44 in diese Richtung“.

Brückenschlag über die Anger

Möglichst bald ausschreiben will die GmbH die Talbrücke über den Angerbach. Allein ihr Bau wird drei Jahre beanspruchen. Das 385 Meter lange Bauwerk ist die mit Abstand größte der insgesamt zwölf Brücken auf rund neun Kilometern Lückenschluss.

Die DEGES hat in NRW Aufträge mit einem Volumen von 640 Millionen Euro. Man habe in Abstimmung mit Straßen.NRW verschiedene Projekte „identifiziert“, so das Verkehrsministerium, deren Weitergabe an DEGES beim Landesbetrieb „Kapazitätsengpässe“ lindere. Dazu zähle auch das Projekt A 44. Die GmbH war 1991 gegründet worden, um Infrastruktur und Verkehrsprojekte in den neuen Bundesländern voranzubringen.

 
 

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