39 Jahre Planung für Radweg

Harald Wiegand
Foto: FUNKE Foto Services
Auf der Kohlenstraße in Niederbonsfeld rollen künftig weniger Fahrräder, wenn die Verbindung zwischen Kupferdreh und Nierenhof fertiggestellt ist .

Hattingen.  Als „erster Spatenstich“ war es der Öffentlichkeit angekündigt. Das war es nicht. Ebenso wenig wie eine Grundsteinlegung. Nein: Mit einer Schere zerschnitten Essens Oberbürgermeister Reinhard Paß und Velberts Bürgermeister Dirk Lukrafka im Deilbachtal symbolisch ein rot-weißes Absperrband für ein Bauvorhaben, an dem seit 39 Jahren geplant wird: der Rad- und Wanderwegverbindung von Kupferdreh über Niederbonsfeld und Nierenhof.

Überaus schwierig hatten sich in der Vergangenheit vor allem die Grundstücksverhandlungen gestaltet. Denn während die Stadt Velbert bereits vor zwei Jahren alle Grundstücke bzw. Wegerechte erworben und die für den Bau des Radwegs erforderlichen 800 000 Euro im Haushalt bereitgestellt hatte, war auf Essener Seite überaus zäh mit dem Besitzer des Ziegeleigelände verhandelt worden. Wobei, wie die Stadt in einer Pressemitteilung erklärte, ein Kauf des für den Rad-/Wanderweg benötigten Geländes weder für die Stadt noch für den Besitze der alten Ziegelei in Frage gekommen sei.

Nicht politisch, wohl aber „handwerklich“ habe es in der Vergangenheit einige Schwierigkeiten bei der Planung des Weges gegeben. Vor allem die Frage, an welcher Stelle der Weg den Deilbach überqueren sollte, hatte sich als problematisch dargestellt. Man habe sich schließlich für die Trasse über die Ziegelei und die dort gelegene Holzbrücke entschieden, die bislang nur noch vom Ruhrverband als Betriebsweg genutzt wird. Der Ruhrverband habe sich auch bereiterklärt, die Brücke dauerhaft für den Fußgänger- und Radfahrerverkehr herzurichten. Die Kosten für den Unterhalt wollen Ruhrverband, Stadtwerke Essen und Stadt Essen künftig gemeinsam tragen.

Schon zum Jahreswechsel soll mit dem Bau des 1,8 Kilometer langen Velberter Teilstücks am etwa sechs Kilometer langen Weg, der den Ruhrtal-Radweg und den Radwanderweg Bergisches Land mit­einander verbindet, begonnen werden. Spätestens im Herbst 2016 soll geradelt werden.

Keine Kosten für die Stadt Hattingen

Übrigens: Das Teilstück des Weges, das auf Hattinger Gebiet liegt, wird die Stadtkasse nicht belasten – die Stadt Velbert hat sich bereiterklärt, dieses Stück auf ihre Kosten mitzubauen. Dabei ist für den Radler ausgerechnet dieses Teilstück durch Niederbonsfeld das wichtigste der gesamten Trasse: Erspart es ihm doch den topographisch schwierigsten und wegen der engen Verhältnisse auf der Kohlenstraße hinsichtlich des Autoverkehrs auch gefährlichsten Teil der Fahrt von Kupferdreh nach Nierenhof.