Wildewiese findet eine schnelle Lösung

Internet in Wildewiese
Internet in Wildewiese
Foto: WP
  • Wildewieser finden neue Lösung für schnelles Internet
  • An einem alten Liftmast sitzt die Verteilung
  • Acht Haushalte nehmen teil, neue Kunden gern gesehen

Arnsberg/Sundern.. Schnelles Glasfaserkabel muss her. So hallt es vor allem gerade in Arnsberg und Sundern. Weiße Flecken auf der Landkarte der Breitbandverkabelung gibt es in beiden Städten. Natürlich kommt der Ruf eher aus den Randgebieten (siehe Infobox). Die Dorfgemeinschaft Wildewiese hat nicht gewartet, ob Geld aus Düsseldorf oder der EU ins Sauerland fließt: „Wir haben selbst gehandelt“, so Hotelchefin Marion Steinberg.

Denn nachdem es immer mehr Smartphones in der Region gibt, wurde die einzige gangbare Lösung zusehends unmöglich: „Die Wilde­wieser haben sich bislang über LTE auf einem Richtfunkmasten der Vodafone ins Internet eingeloggt“, berichtet Daniel Wagner von der Sunderner Firma ProNet Systems. So seien aber durch die Smartphone-Nutzer im direkten Umfeld der Stadt die weiter entfernten herausgeflogen. Im Frühjahr haben sich die Wildewieser zusammengetan und Angebote eingeholt. Die Firma ProNet Systems vom Rathausplatz hat den Zuschlag für ihre Lösung bekommen. Die Hauptrolle spielt dabei ein alter Liftmast.

Von diesem wird das Funksignal im Ort verteilt: „Jeder Teilnehmer hat dazu eine kleine Antenne, mit der das Signal empfangen wird“, erklärt Wagner. Das Signal selbst kommt aus dem Netz der Unitymedia in Allendorf und wird von dort über Saal nach Wildewiese zum Schomberg geschickt. „Schon fast bevor man geklickt hat, ist die Information da“, freut sich Marion Steinberg über die Lösung mit 200 MBits. Durch die Teilnahme von sieben Haushalten konnten die Kosten für den einzelnen Anschluss deutlich gesenkt werden.

Nicht abhängen von Informationen

Andere Probleme haben der Endorfer Ortsvorsteher Reiner Tillman sowie die Vorsitzenden der Ortsvereine der CDU und SPD entdeckt. Dabei geht’s um den Ausbau des Breitbandnetzes, über den der Stadtrat Sundern in der kommenden Woche berät: „Bei dem Angebot der Telekom zur Versorgung des Stadtgebiets von Sundern sind die Ortsteile Bönkhausen, Brenschede, Endorfer Hütte, Gehren, Kloster Brunnen und Röhrenspring nicht berücksichtigt worden“, schreiben sie an Bürgermeister Ralph Brodel. Im Raum Holzen geht es um die Streusiedlungen von Ainkhausen bis Wettmarsen, für die die Telekom nur mit öffentlichen Zuschüssen schnelles Internet schaffen will. „Auch in kleinen Ortsteilen wohnen Mitbürger, die ein Recht auf zeitgemäße Kommunikationsmöglichkeiten haben. Die Versorgung mit Breitband gehört zur Basisinfrastruktur wie Strom, Wasser und Gas und ist ein entscheidender Faktor für die Wohnortwahl und Lebensqualität, besonders bei jungen Menschen“, sagen die Endorfer und erinnern an die Bildungsstätte Kloster Brunnen, die vom Thomas Morus Kreis Paderborn e.V. betrieben wird: „Sie hat weder Internet noch Mobilfunkempfang. Das ist für so ein Haus untragbar.“ Nun wird eine Nachprüfung beantragt.

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