Wenn die Regionale nicht nur Glanz bringt

Mit den Arbeiten ist in Sundern-Amecke längst begonnen worden
Mit den Arbeiten ist in Sundern-Amecke längst begonnen worden
Foto: WP Ted Jones
Probleme überschatten in Amecke das Sorpesee-Projekt. Bevor sie die Früchte des Strukturförderprogramms ernten kann, hat die Kommune nun erst einmal gegen einen Image-Schaden zu kämpfen. Jetzt soll die Wirtschaftsförderung der Stadt auf den Prüfstand gestellt werden.

Hagen/Sundern.. Sterne hat die Regionale 2013 über Südwestfalen regnen lassen. Doch deren Glanz strahlt noch nicht allerorten hell. In Sundern-Amecke zum Beispiel ist bisher wenig davon zu sehen.

Warum – das ist eine komplizierte Geschichte: Im April des vergangenen Jahres hatte das Projekt „Sorpesee“ im Rahmen der Regionale 2013 den dritten Stern verliehen und damit 2,3 Millionen Euro Fördermittel zugesprochen bekommen. Nun soll das Südufer des Sees aufgewertet werden durch eine neue dörfliche Uferpromenade, die den See mit dem Ort verbindet. Entlang des Wegs entstehen ein Wasser-Spielplatz, eine Liegewiese und eine Gastronomie. Zusätzlich ist ein Gesundheitsweg geplant, auf dem Spaziergänger das Vorbecken umrunden und an elf Stationen mehr zu dem Thema „Wasser und Atmung als Lebenselixier“ erfahren, unter anderem mit einem Barfußweg.

Um für das alles Platz zu haben, muss ein Abschnitt der ohnehin erneuerungsbedürftigen Landesstraße 687 verlegt werden. Die Arbeiten daran haben längst begonnen. Nun müssen noch die bisherigen Eigentümer – insgesamt sechs – ihre Grundstücke am See tauschen. An diesem Ringtausch beteiligt sein sollte auch die Sundern Projekt GmbH, eine Tochtergesellschaft der Stadtmarketing eG. Sie mit der Umsetzung des Regionale-Projekts zu betrauen, hielt man in der Kommune offenbar für einen klugen Schritt, um das finanzielle Risiko zu reduzieren. Doch damit hat man vermutlich auch die Kontrolle verloren.

In Schieflage geraten

Denn für die Sundern Projekt GmbH, die zwei der Seegrundstücke besessen hatte, ist Ende 2013 ein Insolvenzantrag gestellt worden. Damit ist ungewiss, wie es mit dem Tausch weitergehen kann.

Eine Lösung muss aber gefunden werden, denn sonst wäre das Regionale-Projekt nicht umzusetzen und die bereits im Bau befindliche Straße nicht zu befahren. Beteiligt an dem Tauschplan ist im Übrigen auch ein holländischer Investor, der in Amecke einen Ferienpark mit 220 Häusern errichten will und mit der Sundern Projekt GmbH die touristische Entwicklung des Ortes vorantreiben sollte.

Die verläuft ohnehin schon seit dem Herbst des vergangenen Jahres eher schwierig, seitdem nämlich ein weiteres millionenschweres Tourismusprojekt in Sundern in Schieflage geraten ist: Auch die Gastwelten GmbH, ausgestattet mit Landesfördermitteln, war im November 2013 insolvent gegangen. Der Geschäftsführer war in beiden Pleite-Gesellschaften übrigens derselbe.

Statt also mit der Regionale zu glänzen, kämpft Sundern derzeit eher damit, dass sein Image nicht beschmutzt wird. „Der Schaden für die Kommune ist da“, bestätigt Bürgermeister Detlef Lins. Was allerdings nicht der Regionale 2013 anzulasten sei, wie deren stellvertretender Geschäftsführer Hubertus Winterberg betont. „Die Regionale kann nichts dafür“, so auch Lins. Das Sorpesee-Projekt sei eine wichtige Strukturmaßnahme, um dem Tourismus im Ort eine Perspektive zu geben, betont Winterberg. „Eine einmalige Chance für uns“, sagt Lins.

Alles auf den Prüfstand

Er ist zuversichtlich, dass der Knoten gelöst wird. Die Stadt will nun die Grundstücke von der insolventen Sundern Projekt GmbH kaufen, um dann den Tausch mit den holländischen Investoren doch noch bis Februar abschließen zu können. Die Kosten für den Kauf will die Kommune durch eine Gastronomie am Seeufer refinanzieren, verspricht Lins.

Und er will nun die Strukturen, also die Wirtschaftsförderung und die Gesellschaften der Stadt, auf den Prüfstand stellen.

 
 

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