Von der Verwaltungs- zur Medienzentrale

Torsten Koch
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Sundern. (koch)Wenn heute Abend der 40. Geburtstag der Stadt-Bibliothek gefeiert wird, ist Ursula Pieper leider nicht dabei. Die heute 98 Jahre alte erste Leiterin der städtischen Bücherei lebt schon seit Jahren in der Nähe ihrer Tochter - in einem Berliner Altersheim.

Sie war eine „Zeitzeugin der ersten Stunde“, als Ende 1970 - zunächst im Erdgeschoss des ehemaligen Amtshauses in der Settmeckestraße 3 - Bücher eingelagert wurden: Geburtsstunde einer (noch bescheidenen) städtischen Bücherei.

Die „Start-Bestände“ stammten aus den Büchereien der evangelischen Kirchengemeinde Sundern und der katholischen Pfarrgemeinde St. Johannes Sundern („Borromäus-Bücherei“), die beide 1970/1971 aufgelöst wurden.

Nagender „Zahn der Zeit“

Die neue Heimat - das einstige Amtshaus - wurde bereits im Jahr 1905 eingeweiht, als Verwaltungszentrale der damaligen Gemeinde Sundern mit Büros, einem Gefängnis und der Dienstwohnung des „Amtmannes“. Später beheimatete das Gebäude unter anderem eine Krankenkasse, eine Arztpraxis sowie die VHS-Geschäftsstelle und wurde zeitweise auch als Polizeistation genutzt. Doch der „Zahn der Zeit“ nagte:

Schon 1995 stellten Fachleute gravierende Schäden an Türen und Fenstern sowie an der Statik des Hauses fest. Nach langem „Hin und Her“ beschloss der Stadtrat erst 1998 die Umnutzung des gesamten, denkmalgeschützten Gebäudes zur Bücherei.

Ende September 2001 kehrte die Bibliothek dann in die - auch mit Fördermitteln des Landes - komplett renovierten und restaurierten Räumlichkeiten zurück.

Während der Bauarbeiten war der Büchereibetrieb - mit eingeschränktem Angebot - in der Stadtgalerie Sundern ­weiter geführt worden.

Aus Mitteln des „Konjunkturpakets II“ wurden 2009/2010 Wärme-Isolierung für die Holzfenster und Anbau einer Aufzuganlage finanziert.

Modernes Medienzentrum

Heute beherbergt das alte Amtshaus ein modernes Medien-, Informations- und Kommunikationszentrum:

Neben Büchern gibt es Zeitungen, Zeitschriften, CDs, DVDs, Hörspielkassetten, CD-Roms und Internetplätze. Den Mitarbeiterinnen steht ein PC-gesteuertes Verwaltungssystem zur Verfügung.

Betreuung der Kindergärten und Grundschulen, Veranstaltungen wie Lesungen, Bilderbuchkino und neuerdings Kino für Kinder und Erwachsene runden das Angebot ab.