Staatsanwalt sichert Material im Rathaus Sundern

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Dass dieser Tag kam, das wussten alle Beteiligten. Denn schon im Dezember 2013 hatte die CDU Sundern Anzeige im Zusammenhang mit den Pleiten rund um Gastwelten GmbH und Sorpe Projekt GmbH bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Sundern/Arnsberg..  Dass dieser Tag kam, das wussten alle Beteiligten. Denn schon im Dezember 2013 hatte die CDU Sundern Anzeige im Zusammenhang mit den Pleiten rund um Gastwelten GmbH und Sorpe Projekt GmbH bei der Staatsanwaltschaft erstattet.

Mit der konzertierten Aktion am Mittwoch zeigte sich deutlich, dass die Staatsanwaltschaft und das Kriminalkommissariat 23 Dortmund alles andere als untätig waren. Auf Anfrage unserer Zeitung nahm der die Ermittlungen leitende Staatsanwalt Thomas Poggel Stellung: „Es gab zuvor schon andere Ermittlungen und auch Durchsuchungen von Gebäuden“, bestätigte er den Verdacht, dass die gestrige Aktion in sieben Objekten (Privatwohnungen und Diensträumen) in Arnsberg und Sundern eine Durchgangsstation war, um der Wahrheit auf die Spur zu kommen.

Einladung nicht gefolgt

Dies hatte die Politik in Sundern schon im Winter durch Einladung des ehemaligen Geschäftsführers der Stadtmarketing versucht. Als dies nicht fruchtete, die lange Reihe von Fragen nicht beantwortet wurde, erstattete die CDU Anzeige: „Mit der Staatsanwaltschaft nimmt sich eine Institution der Sache an, die in alle Richtungen ermittelt und die Verantwortlichen identifizieren wird“, erläuterte Sebastian Booke als stellv. Stadtverbandsvorsitzender damals.

Verdacht der Untreue

Wie Staatsanwalt Thomas Poggel gestern betonte, gehe es „im Kern um den Verdacht der Untreue“ bei Zahlungsflüssen zwischen der Stadtmarketing, der Gastwelten GmbH, der Sundern Projekt GmbH, der Golfsport Sorpesee GmbH und der Gastwelten Partner eG. Mit kleinen Rollkoffern kamen gestern Morgen die Polizei und die Staatsanwaltschaft zu den ehemals Verantwortlichen in den Gesellschaften, wie Poggel den Personenkreis umriss. Sichergestellt worden sei umfangreiches Material: „Akten, PC sowie verschiedene Speichermedien in den Büros, aber auch in den Privaträumen des Personenkreises.“ Gesucht werde nach konkreten Unterlagen, um den Zahlungsverkehr aufzuklären: „Es wurden wohl Gelder zwischen den verschiedenen Gesellschaften hin- und hergeschoben. Und das ist verboten“, so Poggel zu dem juristischen Hintergrund.

Für die Wirtschaftsermittler geht es aber auch um die Fragen, wer dies gemacht hat, wer davon wusste und ob diese Personen etwas dagegen hätten tun müssen. Wie schnell die Ermittlungen fortschreiten, konnte Poggel nicht beantworten: „Das hängt von der Menge der Daten ab, und die ist mir nicht bekannt.“ Und dann davon, ob sich bisherige Anhaltspunkte bestätigen würden. Man werde die Daten nun mit dem Zahlungsverkehr der Gesellschaften abgleichen. „So eine Überprüfung kann recht lang sein“, machte er wenig Hoffnung auf ein schnellen Ende.

Detlef Lins begrüßt Aufklärung

In einer ersten Stellungnahme bestätigte Bürgermeister Detlef Lins, dass seine Wohnung und sein Dienstzimmer sowie Stadtmarketing „im Rahmen der Ermittlungen zu den Insolvenzen durchsucht wurden und umfangreiches Material in Form von Akten und Dateien sichergestellt“ seien. Auf diesen Tag hatten der Bürgermeister und auch die anderen Betroffenen seit Dezember gewartet. Lins weiter: „Der Umfang der staatsanwaltschaftlichen Untersuchungen zeigt, dass die Hintergründe beider Insolvenzen mit Nachdruck aufgeklärt werden, was ich ausdrücklich begrüße. Die im Raum stehenden Vorwürfe können nur so umfassend und abschließend geklärt werden. Ich gehe davon aus, dass dabei mögliche Vorwürfe in Richtung des Aufsichtsrates und speziell gegen mich entkräftet werden.“

 
 

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