Shalom erklingt zur Begrüßung

Stockum.  Israelische Fahnen hängen über der Tür zur Roten Gruppe des Familienzentrums St. Jospeh in Stockum, aus dem Raum hört man Kinder „Shalom“ singen. Schon seit einigen Wochen bereiteten sich die Jungen und Mädchen auf den Besuch von Yaara Hirsch vor. Am vergangenen Montag stand die israelische Erzieherin aus dem Kibbuz Gal Ed vor der Tür, über der ein großes Spruchband verkündete: „Welcome, Yaara!“ Und die Kinder konnten sie mit Gesang und dem Wedeln der israelischen Fahne begrüßen. Diese hatten sie zusammen mit ihren Erzieherinnen Elke Schäfer, Carolin Müer und Kathrin Berghoff gebastelt.

HSK-Erzieherinnen in Gal Ed

Inzwischen ist Yaara Hirsch voller Eindrücke aus Deutschland auf dem Rückweg in ihren Kibbuz. Angestoßen hat diesen Austausch der Freundeskreis Megiddo aus Meschede in Kooperation mit der kath. Kita gGmbH (siehe Infobox). Denn schon 2014 waren fünf Erzieherinnen aus dem HSK, darunter Elke Schäfer aus Stockum, in Israel und informierten sich über die Kindergärten in Israel, speziell im Kibbuz Gal Ed.

Nun stand der Gegenbesuch von fünf isarelischen Erzieherinnen an, die zunächst gemeinsam in Eversberg wohnten. Ab Montag folgte dann ein viertägiges Praktikum in Kindergärten in Stockum, Neheim, Meschede, Winterberg und Schmallenberg. „Das große Ziel dahinter ist die Völkerverständigung“, betont Elke Schäfer. Aber es gehe auch darum, von den anderen zu lernen. So habe man festgestellt, dass die Selbstständigkeit der israelischen Kinder recht hoch sei. Aber: „Das Spielen wird vorgegeben.“ Erstaunt und fasziniert zugleich waren die HSK-Erzieherinnen über die sogenannten Trash-Gardens in den Kibbuz-Kitas: „Dort stehen Dinge, die eigentlich Müll sind: alte Mixer, Waschmaschinen, und die Kinder spielen damit“, berichtet die Stockumerin. In Deutschland sei dies aus Sicherheitsgründen undenkbar, in Israel würden die Kinder eben mit einem alten Mixer, relativ lebensnah, einen Sandkuchen backen. Dennoch werden die Kinder im Kibbuz naturnah erzogen, streifen viel durch die Natur. „Das hat uns gut gefallen und wir gehen jetzt auch einmal die Woche bei jedem Wetter raus. Und dabei sind auch Umwege erlaubt.“

Ab Babyalter im Kindergarten

Die israelische Erzieherin Yaara Hirsch erzählt auch von dem großen Unterschied, den sie festgestellt hat: „Toll fanden wir, dass die Kinder im Tagesablauf ihre Beschäftigung selber aussuchen und in verschiedene Spielbereiche wechseln können.“ Ebenso war sie sehr begeistert von der Möglichkeit, die Kinder zum Verbringen der Mittagszeit nach Hause holen zu können. In den Kibbuzen in Israel verbleiben sie den ganzen Tag in der Einrichtung, und das ab dem Babyalter, weil ja alle Kibbuzim arbeiten. „Da die Kinder in altersgemischten Gruppen betreut werden, können sie voneinander lernen und sich gegenseitig helfen“, sieht Yaara Hirsch noch einen Pluspunkt im System des Stockumer Kindergartens.

Durch den Gegenbesuch und die Unterbringung in den Familien hat sich in den letzten Tagen eine enge freundschaftliche Beziehung gebildet, die auch über diesen Austausch bestehen bleiben soll, berichten beide Erzieherinnen.