Ralph Brodel ist neuer Bürgermeister in Sundern

Ralph Brodel (r.) empfängt die Glückwünsche des SPD-Bundestagsabgeordneten für den HSK, Dirk Wiese (l.).
Ralph Brodel (r.) empfängt die Glückwünsche des SPD-Bundestagsabgeordneten für den HSK, Dirk Wiese (l.).
Foto: WP
1915 Stimmen sichern dem 53-Jährigen den Wahlsieg. Kerstin Pliquett ist „enttäuscht“

Sundern.. Das Bündnis „Zukunft Sundern“ feierte ausgiebig im „M1“. Dabei trudelten alle paar Sekunden Glückwünsche für den Wahlsieger und neuen Bürgermeister von Sundern, Ralph Brodel, ein: „Eine große Verantwortung und eine große Chance für Sundern“, postete Franz Müntefering, der frühere SPD-Parteivorsitzende aus Berlin in die Heimat.

Ein Lächeln zeigte sich nach der totalen Anspannung der vergangenen drei Monate bei den Wahlkämpfern nur langsam. „Überraschend“, so kommentierte zum Beispiel der frühere grüne Ratsherr Burkhard Schütz den deutlichen Wahlsieg von Ralph Brodel, der aus dem Stand 58,76 Prozent erreichte.

Nach langem Applaus im Ratssaal jubelt der 53-jährige Kommunikationsexperte zunächst mit den Wahlkämpfern aus SPD, FDP, WISU, Linken und Grünen, und dann verneigte er sich einmal im Kreis vor ihnen, als Dankeschön für einen engagierten Wahlkampf: „Das war großartig“, bewertete er die Arbeit.

Seinen Erfolg sieht er in seinem Haustürwahlkampf begründet: „200 Kilometer bin ich gelaufen, und habe so manchen mit meinen Argumenten überzeugt.“ Selbst hatte er mit einem knapperen Sieg gerechnet. „Ich bin erleichtert, dass sich die Arbeit der vergangenen Monate gelohnt hat“, zog Serhat Sarikaya, SPD-Stadtverbandsvorsitzender, ein Fazit.

Kerstin Pliquett enttäuscht

Die enttäuschte CDU-Spitze mit Stefan Lange und Sebastian Booke kam kurz in den Ratssaal und gratulierte Ralph Brodel. Im „Tagwerk“ traf man sich anschließend zur ersten Analyse: „Es ist sicherlich enttäuschend für die CDU und auch für mich“, sagte Kerstin Pliquett, die 41,24 Prozent erreichte.

Sie gehe gestärkt aus dem Wahlkampf: „Es war kein verlorener Sommer“, so ihr erstes Fazit. Man habe unterschätzt, wie viele Gegner es in Sundern gebe, auch in der eigenen Partei: „Das habe ich nicht verloren, sondern die Partei. Ich bin enttäuscht über die Uneinigkeit“, bewertete sie die internen Gräben.

6,71 Prozent wählen ungültig

Die Wahlbeteiligung in Sundern stürzte nicht ganz ab, aber 50,00 Prozent kennt man sonst an der Röhr nur von der Europawahl. Bemerkenswert ist, dass die Wahl in manchen Ort wie etwa in Hachen-Nord auf wenig Interesse stieß (27 Prozent).

In anderen Ortsteilen sah das ganz anders aus. Hoch ist auch die Zahl derer, die ungültig gewählt haben. Kein Geheimnis: Dort stand meistens „Lins“ auf dem Wahlzettel: 6,71 Prozent registrierte das Wahlamt für ganz Sundern. Den höchsten Protestwert gab es - nicht unerwartet - in Endorf mit 82 Stimmen.

 
 

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