Mutter Theresa vor der Johanneskirche

Laren Müller
Kosovaren aus Sundern stifteten eine Mutter-Theresa-Statue.
Kosovaren aus Sundern stifteten eine Mutter-Theresa-Statue.
Foto: WP
Der Verein der Kosovo-Albaner, die vor allem dem Islam angehören, spendete diese christliche Statue.

Sundern. Ein Zeichen der Integration. Ein Zeichen der Verbundenheit mit Deutschland und mit der Stadt Sundern. Ein Zeichen des friedlichen ­Zusammenlebens zweier Religionen. Das alles soll eine Bronzestatue der Mutter Theresa vor der Johannes­kirche symbolisieren.

Der Verein der Kosovo-Albaner, die vor allem dem Islam angehören, spendete diese christliche Statue, um auf diese Weise ein friedliches, gemeinsames Zusammenleben zweier Kulturen in Sundern zu demonstrieren.

Mutter Theresa entstammte einer albanischen Familie und wurde bereits mit 18 Jahren Nonne. Sie widmete ihr Leben der katholischen Kirche und vor allem der Nächstenliebe. 1979 erhielt sie den Friedensnobelpreis. Die lebensgroße Statue der selig gesprochenen Mutter Theresa wurde am nationalen Feiertag der Republik Kosovo vor der Johannes­kirche eingeweiht.

An diesem besonderen Tag kamen der Konsul der Botschaft der Republik Kosovo in Berlin, Vilson Mirdita, als Vertreter des Kulturministeriums des Kosovo Hajdin Abazi, ­Ibrahim Makolli vom Ministerium der Diaspora und der Bürgermeister der Stadt Malisheva, Isni Kilaj, nach Sundern.

„Mutter Theresa hatte einen kleinen Körper, dafür aber eine umso größere Seele“, beschrieb Hajdin Abazi vom Kulturministerium Mutter Theresa. Sunderns Bürgermeister Detlef Lins ist stolz darauf, eine von sieben Statuen dieser außergewöhnlichen Frau in Deutschland in seiner Stadt zu haben. Er sprach den Menschen mit kosovarischem ­Migrationshintergrund den höchsten Respekt und seine Anerkennung aus. Der In­tegrationswille der 200 in Sundern lebenden Kosovaren sei durch Offenheit und Toleranz geprägt.

Die Künstlerin Marlis Hof modellierte die Bronzefigur der Ordensgründerin. Die Figur hält einen Rosenkranz in ihrer linken Hand.

„Mutter Theresa schöpfte ihre geistige und physische Kraft aus ihrem Gebet und dem Gottvertrauen“, so die Künstlerin. Die Pfarrgemeinde stellte den Platz für die Statue zur Verfügung.

Als Pfarrer Michael Schmidt vorschlug, die Statue auf einen Sockel zu stellen, damit sie von allen Seiten betrachtet werden kann, protestierte die Künstlerin. „Mutter Theresa wollte auf keinem Sockel stehen, sie wollte bei den Menschen sein.“

Den Menschen zugewandt, steht die Statue nun vor der ­Johanneskirche.

Pfarrer Michael Schmitt ­lobte den Vorstand des Vereins der Kosovo-Albaner für das große Engagement, diese fünfstellige Summe zusammen zu bekommen. Außerdem bekam er großen ­Applaus, als er das Zu­sammenleben mit dem Islam als „gute Nachbarschaft“ bezeichnete. Zum Abschluss las Detlef Lins das Gebet der Vereinten Nationen - als Zeichen der ­Integration.