Etat muss in Sundern gestrafft werden

ARCHIV - Das Geldfach einer Ladenkasse ist am 13.05.2015 in Lützow (Mecklenburg-Vorpommern) zu sehen. Foto: Jens Büttner/dpa (zu dpa: "Chancen und Gefahren für die deutsche Konjunktur 2016" vom 14.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
ARCHIV - Das Geldfach einer Ladenkasse ist am 13.05.2015 in Lützow (Mecklenburg-Vorpommern) zu sehen. Foto: Jens Büttner/dpa (zu dpa: "Chancen und Gefahren für die deutsche Konjunktur 2016" vom 14.01.2016) +++(c) dpa - Bildfunk+++
Foto: dpa
  • Die Einnahmeseite der Stadt Sundern ist derzeit gut
  • Das hat aber 2017 Folgen; Es gibt keine Schlüsselzuweisungen aus Düsseldorf
  • Wegen weiterer Nackenschläge wird der Fehlbetrag für 2017 bei 3 Millionen Euro liegen

Sundern.  Die Konjunktur zieht in Sundern weiter an. Das merkt auch Kämmerin Ursula Schnelle an den Zahlen: „Wir haben eine gute Ertragslage derzeit.“ Etwas vorsichtig äußert sie dann die Erwartungshaltung: „Wenn es so weiter geht im letzten Quartal, dann können wir den geplanten Fehlbetrag von 2,2 Millionen halten, eventuell wird er sogar unterschritten.“

Aber die gute Einnahmeseite in den vergangenen Jahren hat auch seine Kehrseite: „Weil wir in den Vergleichsjahren zu viel eingenommen haben, werden wir in 2017 keine Schlüsselzuweisungen aus Düsseldorf erhalten“, berichtet die Kämmerin auf der Monatspressekonferenz im Rathaus. „Das tut weh.“ Und es führe natürlich dazu, dass man sich in den intensiven Planungen zum Haushalt 2017 umplanen musste: „Wir wollten eigentlich einen Fehlbetrag von 2 Millionen Euro einbringen, jetzt sind es aber 3 Millionen Euro“, sagt die Kämmerin. „Wir sind 2017 nicht so gut unterwegs, aber wir können bis 2022 den Ausgleich über alles schaffen.“

Ein Schlag ins Genick

Hintergründe für die Änderungen nach unten und die damit verbundenen „Straffungen“ sind die gestiegenen Kosten in vielen Pflichtbereichen der Stadtverwaltung; zu nennen sind vor allem höhere Kosten im Sozialbereich und der Jugendpflege. Aber auch der Kreis habe die Städte geschockt: „Die Kreisumlage ist ein Schlag ins Genick der Kommunen“, sieht Bürgermeister Ralph Brodel.

Die zusätzliche Million sei derzeit Stand der Diskussion: „Hauptgrund sind die Fehlspekulationen mit den RWE-Aktien. Man habe die Aktien ja schon früher abgeben können. Ein weitere Grund sei die deutlich erhöhte Umlage der Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL), unter der schon jetzt ganz viele Bürgermeister leiden. Der Kreis habe zusätzlich „an allen möglichen Ecken und Enden Mehrausgaben“ zu verkraften, sagt Brodel weiter. Deshalb würden die Bürgermeister aus dem Kreisgebiet fordern, diese Lücken anders zu decken: „Uns trifft es immer und permanent“, zeigt Brodel auf, dass es ständig neue Gesetze geben würde, von Bund und Land kreiert. „Was heißt das für die Ausführenden, die Städte und Kommunen: Wir können mit unseren Finanzen umgehen, und wir sparen seit Jahren.“

Recherchen zum Ferienpark beendet

Der Bürgermeister berichtete zusätzlich, dass die Recherchen zum Ferienpark in Amecke nun abgeschlossen seien: „Wir haben nun ein Bild, wie sich Roompot verhalten hat. Verkürzt sei das so: „Er kommt, baut, verkauft die Häuser an Private.“ Verträge liefen meistens für die Dauer von 15 Jahren, von daher sei es wichtig die Zeit danach zu betrachten: „Das ist eine Chance, aber es sind auch Fakten, das Danach zu betrachten.“ Das Marketing von Roompot sei gut: „Das hat Auswirkungen auf Sundern, allerdings liegt die große Wertschöpfung nicht bei den Mitarbeitern, die meistens im Nierdigslohnsektor arbeiten.“

 
 

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