Entspannung pur rund um Hövel

Hövel..  Anke Stadler lässt sich in die Hände von Victoria Lingemann gleiten. Victoria baut Spannung auf, Anke Stadler streckt die Beine in den Abendhimmel. Sie bilden die Yoga-Figur „Fledermaus“, und das sieht echt anstrengend aus. „Ist es nicht“, versichert Vicky, während sie eine erwachsene Frau über sich schweben lässt. „Ein wenig Muskulatur braucht man schon, aber dann geht es ganz entspannt.“ Entspannung ist hier in Hövel heute das Hauptthema. Im Studio „Yogaraum“ von Kati Reppel fand am Samstag das 1. Yoga-Festival statt. Die Nachfrage war riesig – schon Tage vorher war das Festival ausgebucht.

„Bedürfnis nach Entspannung“

„Yoga ist für jeden. Von der Studentin bis zu unserer Seniorinnen-Gruppe, in der die älteste Teilnehmerin 84 Jahre alt ist.“ Davon ist Studio-Inhaberin Kati Reppel überzeugt. Seit zwei Jahren gibt es ihren „Yogaraum“ an der Kreisstraße, und die Kurse sind der Renner. „Ich glaube, die Menschen haben ein großes Bedürfnis nach Entspannung. Und Yoga führt über die Körperspannung zur Entspannung des Geistes“, erklärt Kati Reppel. Wie tief man einsteigen will, überlässt sie den Teilnehmern. „Viele Menschen, die Yoga praktizieren, achten zum Beispiel auch auf ihre Ernährung“, berichtet sie. „Aber ich zwinge den Leuten bestimmt nichts auf, jeder muss seinen Weg finden. Yoga ist kein Dogma, jeder behält seine Freiheit.“

Wenn man sich auf den zwei Wiesen, auf denen geübt wird, und im Yogaraum umsieht, fällt auf: Yoga ist vor allem weiblich. „Bestimmt suchen auch Männer die Entspannung. Aber hier hält sich hartnäckig das Vorurteil, beim Yoga setzten sich Frauen auf eine Decke und zünden vor sich eine Kerze an.“ Sieben Yogaschulen haben sich für das Yoga-Festival zusammengeschlossen.

Um 8 Uhr findet das erste Seminar statt, die „Opening Ceremony“. Ausklang ist am späten Abend mit Mantras von „Sundaram“. Geübt wird auf zwei Wiesen und im Yogaraum, es gibt Vorträge von „Was ist Yoga“ bis zur „Gewaltfreien Kommunikation“, es gibt Workshops, zum Beispiel zum „Ayurvedischen Kochen“ mit Ines Wirth. Ines Wirth hat auch die Verpflegung der Yogi übernommen. „Ich bin Ernährungsberaterin, mein Mann hat ein Catering-Unternehmen, und ich selbst praktiziere begeistert Yoga. Da passte also alles“, sagt die blonde Unternehmerin aus Oeventrop.

„Kochen ist mein Yoga“

„Ich liebe es, ayurvedisch zu kochen“, bekennt Ines Wirth. „Ich arbeite viel mit Farben, Gewürzen und Kräutern. Kochen ist mein Yoga“, ist ihre Devise. Lebensenergie gewinnt sie auch durch den Verzehr frischer, regionaler Zutaten.

Wer einen Sonnenblumenkern kaut, isst auch die vielen Sonnentage mit, die ihn wachsen ließen – davon ist Ines Wirth überzeugt. Gute Energie, sie ist hier heute überall. Sogar im Essen.

Wohl Fortsetzung in Sicht

Über den Erfolg des Festivals ist Kati Reppel sichtlich glücklich. „Wir sind restlos zufrieden. Der Zuspruch war groß, das Wetter war toll, es hat alles gepasst.“ Vermutlich wird es nicht das letzte Festival im Sauerland sein, zu dem die sieben Yogaschulen aus Sundern, Hemer oder Iserlohn einladen. Auch Vicky und Kati freuen sich, dass sie mitgemacht haben: „Wir haben tolle Leute kennen gelernt, hier ist jede Menge gute Energie.“ Jetzt muss die Energie nur noch auf die Nachbarn überspringen. Hier hat sich offensichtlich jemand über Falschparker geärgert und reihenweise Zettel verteilt. Beim Parken sind sie nämlich noch nicht so entspannt, die Deutschen.

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