Ein spannender Krimi unter der Westenfelder Vogelstange

Westenfeld..  Die Munition wurde schon knapp, als Achim Kante mit dem 244. Schuss dem Krimi unter der Vogelstange ein Ende machte. Achim und Christa Kante sind das neue Kaiserpaar der St.-Agatha-Schützen in Westenfeld. Tatsächlich lagen am Samstagabend nur noch sechs Patronen in der Kiste, als der Aar endlich aus dem Kugelfang purzelte. Nur noch der Rumpf war von dem Vogel übrig geblieben. Schräg hing der Vogelrest bis kurz vor acht an der Schraube und erwies sich als ausgesprochen zähes Geflügel.

Himmlischer Beistand

Dabei hatten die ehemaligen Könige bei ihrem Kaiserschießen sogar himmlischen Beistand. „Mal sehen, wie ihr hier in Westenfeld schießen könnt“, scherzte Pater Ralf Preker aus Werl, der das Kaiserschießen gespannt verfolgte. Mit einem Ehrenschuss eröffnete der amtierende Kaiser Klaus Hoffmann das Schießen. „Wir waren um 19 Uhr in der Halle, das ging flott“, erinnert Klaus Hoffmann sich zwar nicht an den entscheidenden Schuss, aber an den Zeitplan vor fünf Jahren. Zeiten, nach denen sich bei herbstlicher Kühle bald einige auf der Wiese zurücksehnten. Wobei es ohne Spannung ja auch keinen Spaß macht, so ein Kaiserschießen. Und spannend wurde es wirklich, denn das Werk von Franz Schmidt schien es den ehemaligen Königen so richtig schwer machen zu wollen.

40 von ihnen standen auf der Liste, Kaiser werden wollten davon ein knappes Dutzend. An Bewerbern mangelte es also nicht. Gefreut hätte sich sicherlich besonders Oberst Stephan Kemper: Sein Sohn Frederic hat schließlich in diesem Jahr die Königswürde geholt, da hätte ein Papa als Kaiser schön ins Bild gepasst. Auch „Jubelkönig“ Klaus Emde, dem nur noch ein Kaisertitel zum Ruhm fehlte, gab sich alle Mühe. Aber es war wie verhext: Nachdem der Kaiservogel nach einigen Runden schon nur noch auf einen angeschlagenen Rumpf reduziert war, legte sich das Tier schräg und bot den Königen so ein schwer zu treffendes Ziel. „Ihr könnt jetzt die Platzpatronen wegnehmen“, „Werft doch mal einen Pflasterstein“, „Haben wir hier auch Licht, wenns dunkel wird?“ Mit nicht ganz ernst gemeinten Zwischenrufen verfolgte das Publikum gespannt das Schießen, das sich bis weit über die 20. Runde hinzog.

Weniger lustig war, dass die Munition für das Kaiserschießen langsam zur Neige ging: Nur noch sechs Schuss wären möglich gewesen, es wurde bereits hektisch wegen des Nachschubs telefoniert. Da zeigte Achim Kante endlich, weshalb er 1998 König geworden war. Gegen Viertel vor acht hatte Westenfeld einen neuen Kaiser.

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