Das Zusammenspiel ist wichtig

Matthias Schäfer
Ann Kathrin Meier
Ann Kathrin Meier
Foto: privat
  • Dienstantritt am 1. Februar 2017
  • Neue Geschäftsführerin stammt aus Langscheid
  • Neue Strategien entwickeln

Sundern.  Von Langscheid nach Sundern. Klingt kurz, ist es im Fall von Ann Kathrin Meier aber nicht. Die 29-Jährige übernimmt am 1. Februar 2017 die Leitung der Stadtmarketing-Genossenschaft Sundern als Geschäftsführerin. Unsere Zeitung sprach mit der gebürtigen Langscheiderin über die Entwicklung bis dorthin und ihre nächsten Ziele.

Nach dem Abitur führte Meiers Weg zunächst nach Breda in den Niederlanden: „Das Ziel war nur weg aus dem Sauerland“, gesteht sie heute. Die nächste Station lag einige hundert Kilometer südlich: An der Universität Trier folgte das Masterstudium im Fachbereich Tourismus und Freizeit und 2013 der Abschluss.

Im Anschluss übernahm sie Mitte 2014, wieder der Heimat näher, eine Stelle beim Winterberg Tourismus, wo sie für die Bereiche Gesundheits- und Aktiv-Tourismus zuständig war. Und so war es nicht ganz zufällig, dass sie von der frei werdenden Stelle in ihrer Heimatstadt hörte: „Ich bin gut vernetzt, im Sauerland und in NRW.“

Noch in Winterberg gebunden

Also bewarb sich die 29-Jährige - und wurde genommen, nicht zuletzt wegen ihrer niederländischen Sprachkenntnisse und wegen ihrer vielfältigen Erfahrungen im Tourismus, wie aus dem Aufsichtsrat der Stadtmarketing-Genossenschaft zu hören war.

Leider war sie nicht sofort abkömmlich: „Ich erabeite gerade die Fortschreibung des Tourismus-Konzept für Winterberg, da kann man nicht einfach aussteigen“, erklärt sie, warum sie erst im Februar in ihre Heimatstadt wechselt.

Neue Standbeine für Stadtmarketing finden

Aufgabe wird vor allem sein, wie man sich in Sundern aufstellt, vor allem gilt es auch, neue Standbeine für das Stadtmarketing zu finden und auch neue Einnahmequellen. Vorgänger Jeroen Tepas hat da schon Vorarbeit geleistet (unsere Zeitung berichtete).

Sie habe zwar wenig Zeit gehabt, sich mit Sunderns Strategien genau zu beschäftigen, sagt Ann Kathrin Meier, aber es gebe sicherlich Bereiche, wo man noch akquirieren könne: „Aber es ist gute Arbeit geleistet worden.“ Es gelte sich nach innen wie nach außen zu stärken. Sundern selbst müsse sie jetzt neu kennen lernen: „Denn seit ich vor zehn Jahren gegangen bin, hat sich viel verändert.“

Netzwerke aufbauen

Jetzt gelte es, Netzwerke auf- und auszubauen und auch mal quer zu denken, um voranzukommen. Und was sagt sie zur Sorpe: „Das habe ich ja bei den Heimatbesuchen gesehen, was sich dort geändert hat. Das Thema Tagestourismus wird immer wichtiger, auch die Rückkehr zum Urlaub in Deutschland, angesichts der weltpolitischen Lage.“ Wichtig sei ihr auch das Zusammenspiel mit der Wirtschaftsförderung in der Stadtverwaltung:

„Die Frage wird sein, wo sich Stadtmarketing in Zukunft einsortiert.“ Vor allem dürfe man nicht den Fehler machen und in Konkurrenz mit Neheim oder anderen Einkaufsmetropolen treten: „Man muss aber vermitteln, dass wir in Sundern eine gute Grundausstattung im Einzelhandel haben. Das wird immer wichtiger, da immer mehr Menschen immobil werden.“

Einzelhandel gut ausstatten

Und wie ist das Gefühl nun, in Sundern zu arbeiten? „Es kam ja eher unverhofft und überraschend“, gesteht Ann Kathrin Meier, aber nach vielen Auslandsaufenthalten, so war sie in USA, Holland und Spanien, habe sie gemerkt, was man an der Heimat habe. „In Winterberg war das schon so, da habe ich gut Fuß gefasst. Das schöne ist, dass hier alle Freunde sind, die Familie und natürlich der Sport.“ So hofft sie, bald auch mal einen Sieg ihrer früheren Volleyball-Kolleginnen vom RC Sorpesee zu sehen.

Masterarbeit an der Universität Trier

Ann Kathrin Meier hat an der Uni in Breda in Nordbrabant ihren Bachelor im Fach Internationales Tourismus Management gemacht, sie schrieb über Marketing für Destinationen und Soziale Medien.

In ihre Masterarbeit an der Universität zu Trier beschäftigte sich die 29-jährige Langscheiderin mit einem Thema, das sich aus einem Praktikum beim Sauerland Tourismus in Bad Fredeburg ergeben hatte: „Es ging um die niederländische Gäste im Sauerland.“