CDU und WISU wollen Röhrtalbahn opfern

Matthias Schäfer
Röhrtalradwegoder  Röhrtalbahn? CDU und WISU wollen das Kapitel Bahn abschließen.
Röhrtalradwegoder Röhrtalbahn? CDU und WISU wollen das Kapitel Bahn abschließen.
Foto: WP
  • Die Diskussion um den Röhrtalradweg verschärft sich zusehends
  • In einer gemeinsamen Erklärung fordern CDU und WISU die Trasse zum Radweg zu machen
  • Hintergrund sind touristische Ziele, wie Radler über so einen Weg zur Sorpe zu führen

Sundern.  Schon seit einigen Wochen köchelt das Thema Röhrtalbahn vs. Rörtalradweg wieder in der politischen Küche in Arnsberg und Sundern. Mitte der Woche hat sich der grüne Fraktionsvorsitzende Antonius Becker als Vorsitzender des Arbeitskreises Radverkehr mit der Aussage „Radweg und Bahn parallel“ positioniert, da kommt die gemeinsame Presseerklärung des CDU-Ortsverbandes Sundern und der WISU und facht die Diskussion erneut an. Hintergrund ihrer Zielrichtung, so die Sunderner Politiker, sei es, den Tourismus zu stärken, und dazu gehöre nicht länger zu warten, sondern den Röhrtalradweg jetzt anzulegen.

Realistische Chance der Sorpeanbindung

Im Rücken haben Hans Klein (WISU) und Sebastian Booke (CDU) die CDU-Ortsverbände Sundern, Stemel und Hachen sowie die WISU, alle sprechen sich für einen Röhrtalradweg unter Nutzung der bisherigen Trasse der Röhrtalbahn zwischen Sundern und Hüsten aus: „WISU und CDU sehen in dieser Überlegung eine realistische Chance, das Ruhrtal mit den Orten Müschede, Hachen, Stemel und Sundern sowie die touristische Destination Sorpesee nahezu unmittelbar an den beispiellos erfolgreichen Ruhrtalradweg in Arnsberg anzubinden.“ Sie verweisen darauf, dass dort sowohl die Wirtschaft als auch insbesondere die Gastronomie und Hotellerie entlang der Route des Ruhrtalradweges, der auf insgesamt 230 Kilometern die Städte Winterberg und Duisburg verbindet, vom steigenden Radtourismus profitieren.

Geringes Gefälle steigert Attraktivität

Die Trasse der Röhrtalbahn biete sowohl landschaftlich wie auch topographisch hervorragende Voraussetzung für Radfahrer aus der Region und weit darüber hinaus. „Geringes Gefälle, eine attraktive Landschaft sowie die unmittelbare Anbindung an den Sorpesee sind Argumente für eine Umwidmung“, so der Stemeler Christoph Schulte von der WISU.

In den vergangenen Jahren hätten der Rat Sundern, der Kreistag sowie die politischen Parteien und weitere Akteure in der Region in unregelmäßigen Abständen, aber sehr intensiv, über die Zukunft der Röhrtalbahn beraten. Zweifellos gebe es dabei unterschiedliche Sichtweisen, inwieweit die mittlerweile über 114 Jahre alte Bahntrasse – insbesondere mit Blick auf den Schienenpersonennahverkehr – heute noch sinnvoll für die Region sei. Fazit von CDU und WISU: „Eine Reaktivierung des Schienenpersonennahverkehrs erscheint heute jedoch utopischer denn je.“

Klares Votum erreichen

„Die Stadt Sundern sollte sich diese einmalige Chance jedoch nicht entgehen lassen“, so der CDU-Ortsverbandsvorsitzende von Sundern, Sebastian Booke. Seit einem Antrag aus dem Jahre 2014 sei in der Angelegenheit bisher leider kein Vorankommen zu sehen. Der Rat der Stadt Sundern sollte sich daher zeitnah für eine Umwidmung der Trasse einsetzen, damit gegebenenfalls Fördergelder für den Radweg beantragt werden können.

CDU und WISU werden jetzt einen gemeinsamen Antrag an den Rat stellen. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Stefan Lange hofft, dass sich im Rat eine Mehrheit für diese Idee finden werde. „Mit einem klaren Votum durch den Rat der Stadt Sundern soll der Bürgermeister dann aufgefordert werden, entsprechende Anträge zu stellen und Gespräche zu führen“, so Sebastian Rüssmann vom CDU-Ortsverband Hachen.

In Arnsberg sieht man die Situation anders:

Bei der Stadt Arnsberg setzt man sich vehement für den Erhalt der Bahn und die Wiederaufnahme des Personenverkehrs ein. Das passiert im Rahmen des Klimaschutzkonzeptes und des Masterplans Mobilität.


Im Rahmen der DB-Modernisierungsoffensive soll im Umbau des Bahnhofs Neheim der neue Bahnsteig so gebaut werden, dass die Röhrtalbahn ohne Probleme an das DB-Netz angeschlossen werden könne, berichtete unlängst Stadtplaner Thomas Vielhaber aus Arnsberg.