Anerkanntes Kompetenzzentrum

Hachen.  Seit genau 50 Jahren werden Patienten mit Multipler Sklerose an der Hachener Siepenstraße behandelt. Die Sauerland-Klinik 2014 beschreibt der ärztliche Direktor Dr. Markus Heibl als ein Kompetenzzentrum für MS: „Unser Haus ist ein Akutkrankenhaus und mit der Bettenzahl einer der größten Versorger für Multiple Sklerose in Deutschland. Stationär und ambulant besuchen uns jährlich 2700 Patienten. Das ist eine enorme Hausnummer.“

Behandelt wird in der Sauerland-Klinik nach den Leitlinien der Dt. Gesellschaft für Neurologie: „Aber wir unterscheiden uns in einem Punkt: In den 50 Jahren seit Bestehen hat sich ein hochspezifisches Fachwissen aller Mitarbeiter entwickelt. Das ist unsere Kernkompetenz, die sich paart mit einer Atmosphäre, die alle Mitarbeiter im Haus zaubern“, so Heibl. Dieses prosoziale Dienstleistungsverhalten liege immer über dem, was sie eigentlich alle tun müssten: „Aber das brauchen die unheilbar chronisch kranken Menschen bei ihren immer wiederkehrenden Besuchen“, so der ärztliche Direktor.

Reizarme Umgebung hilft

Die Patienten kämen aufgrund dieses Klimas gerne wieder an die Siepenstraße, so der Vorsitzende des Trägervereins, Stefan Voß. Besonders wichtig sei auch die reizarme Umgebung: „Die jüngsten wissenschaftlichen Erkenntnisse zeigen, dass jede Leistung unserer Patienten sehr anstrengend ist und sie erschöpft. Da ist die ruhige Umgebung ganz wichtig“, betonte Dr. Heibl diesen Aspekt. Der heutige Patient bleibt im Schnitt 12 Tage, vor 13 Jahren waren dies noch fünfeinhalb Wochen. Doch durch die Position als Akutkrankenhaus könne man bei Schüben schneller reagieren: „Wir können so unsere Therapie individuell zu schneidern und nochmals anpassen“, so Dr. Heibl. Das Geld, was man anderer Stelle (Labor etc.) spare, könne so in die Therapie gesteckt werden. Pflegedirektorin Maralen Känzler erläutert, dass die Patienten heute so versorgt werden, dass sie sich wohl fühlen: „Die Pflege hat sich verändert, es geht um Wundbehandlung, Injektionen und Kontinenz.“ Pro Jahr werden auch zwei Pflege-Auszubildende eingestellt.

Für den Trägerverein möchte Stefan Voß in Zukunft die Basis verbreitern. Zusammen mit dem stell. Vorsitzenden Thorsten Böse will er Mitglieder werben, um den Verein zu erhalten.

Beim gestrigen Festakt waren neben Regierungspräsident Dr. Gerd Bollermann, die Landes-Geschäftsführerin der Dt. MS-Gesellschaft, Dr. Sabine Schipper, Bürgermeister Detlef Lins, Vertretern der Politik, der Kirche und der Geschäfts- und Kooperationspartner der Nachbarkliniken auch Mitarbeiter und Ehemalige eingeladen. Ganz besonders begrüßte Verwaltungsdirektor André Kampmann zwei alte Fahrensmänner: Hermann Willeke (37 Jahren Vorsitzender des Trägervereins) und Harry Buchstein (Verwaltungschef über 41 Jahre): „Sie hatten maßgeblichen Anteil an der Entwicklung der Klinik.“ Die Festrede hielt anschließend Stefan Voß.

 
 

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