Was viele Eltern nicht wissen

Das Jugendamt ergreift die Initiative in Sachen Neue Medien. Zusammen mit der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule wird vom 7. bis 21. Februar Aufklärung betrieben.

„Schon 12-Jährige bewegen sich im Internet wie Fische im Wasser. Und auf welcher Plattform der Nachwuchs im Kinderzimmer nebenan gerade weltweit im Internet unterwegs ist, davon haben Eltern vielfach keine Ahnung“, sagt Jugendamtsmitarbeiter Peter Schröter. Da die EN-Gesamtschule (1200 Schüler) auch von Jugendlichen anderer kreisangehöriger Kommunen besucht wird, machen die Jugendämter aus Wetter, Gevelsberg und Ennepetal gerne mit.

Dabei wird besonders auf das Phänomen des sogenannten Cybermobbing eingegangen. Unter Cybermobbing werden verschiedene Formen der Belästigung, Bedrängung und Nötigung anderer Menschen mit Hilfe elektronischer Kommunikationsmittel über das Internet, in Chatrooms, und oder auch mittels Handys verstanden.

Den Anfang macht eine Lehrerfortbildung am Dienstag, 8. Februar. Für Aufklärung sorgt ein Fachreferent von der Landesanstalt für Medien in Düsseldorf. „Das gesamte Kollegium der Schule hat sich dazu schon angemeldet“, sagt Peter Schröter. Die Resonanz wundere ihn nicht. „Unsere Generation, so um die 50, hat doch mit diesen Medien in der Jugend gar keine Berührungspunkte gehabt. Auch wenn man das eine oder andere am PC daheim erledigen kann, den richtigen Durchblick über die Möglichkeiten des Internets haben in dieser Altersgruppe wohl nur wenige.“ Und so folgt am gleichen Tag auch in geschlossenen Runden im Gemeindehaus der benachbarten evangelischen Gemeinde Haßlinghausen, dem Martin-Luther-Haus, Aufklärungsunterricht für Eltern der Gesamtschüler.

Der klassenübergreifende Elternabend beginnt um 18.30 Uhr. Nach einem kurzen Referat startet ab 19 Uhr der erste Durchgang von vier verschiedenen Workshops zu den Themen Handy, Cybermobbing, Soziale Netzwerke wie Facebook, Studi-VZ, Schüler-VZ oder Twitter und Suchmaschinen.

Die Workshops dauern etwa 45 Minuten. Ein zweiter Durchgang ist zwischen 20 und 21 Uhr geplant. Zwischendurch besteht die Möglichkeit sich an Informationsständen über die Neuen Medien zu informieren. Aus organisatorischen Gründen werden die Eltern dringend um eine vorherige schriftliche Anmeldung gebeten. Anmeldebögen werden über die Schule verteilt.

Während der gesamten Themenwoche wird in allen Klassen das Thema Cybermobbing aufgegriffen und bearbeitet. Den Pädagogen wird dazu entsprechendes Unterrichtsmaterial zur Verfügung gestellt.

Den Abschluss der Themenwoche bildet eine Aufführung der Theatergruppe der Kölner Beratungsstelle „Zartbitter“ am Montag, 21 Februar. Um 14 Uhr wird allen Schülern der 7. Jahrgangsstufe die Produktion „Click It, 2“ vorgeführt. Dabei handelt es sich um ein Theaterstück, das Cybermobbing und sexuelle Gewalt im Internet zum Inhalt hat. Auch diese Aufführung wird in den Schulklassen vor- und nachbereitet.

Peter Schröter: „Zudem stehen die Schauspieler unmittelbar nach der Aufführung für Rückfragen in einer Diskussionsrunde zur Verfügung.“ Auch diese abschließende Theaterveranstaltung wird im Saal des Martin-Luther-Hauses durchgeführt.

 
 

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