Vielseitig und stimmgewaltig

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Kathy Kelly begeistert ihr Publikum in einem Kirchenkonzert mit Irish Folk, Balladen und dem Auftritt mit dem Chor Canzonas.

Sprockhövel..  Der wunderbare Resonanzraum der Kirche unterm Zwiebelturm schien fast zu bersten unter dem gewaltigen Stimmvolumen von Kathy Kelly. Die „Grand Dame of Soul, Folk and Gospel“, lange Zeit Frontfrau der legendären Kelly Familiy, hatte sich mit dem gemischten Chor „Canzonas“ einen stimmreichen Partner für ein gleichermaßen familiäres wie außergewöhnliches und begeisterndes Konzert in der Kirche ausgesucht.

Diese verwandelte sich in ein Forum der Begegnung und Geselligkeit mit Glühweinduft, Sekt, Muffins und Brezeln. Kathy Kelly, der singende Tausendsassa, moderierte das Konzert in Deutsch mit liebenswert englischem Akzent. Neben Andy Recktenwald, der sie virtuos am Keyboard und e-Piano begleitete, war die Soul-Lady amerikanisch-irischer Herkunft selbst ihre beste Instrumentalbegleitung: Violine, Gitarre, Akkordeon ... Musikstudien in Madrid und Wien sind nur einige Stationen ihrer hochkarätigen musikalischen und tänzerischen Ausbildung an internationalen Konservatorien.

„Wir haben nur eine kleine gemeinsame Probe vor dem Konzert gehabt, aber das wird schon klappen – wir sind ja alle Profis“, war sich Chorleiterin Frauke Schittek augenzwinkernd sicher, als sie die Gäste begrüßte und ihr Leistungschor „Canzonas“ sich eindrucksvoll im Chorraum formierte. Ein Agnus dei zum Auftakt, ein Halleluja, „Light an candle for freedom, hope and love“ ... und am Ende des Appells, den Frieden und Achtung in die Welt zu tragen, pusteten die Sänger ein imaginäres Licht von der Handfläche ins Publikum. Dieses quittierte die temperamentvolle Darbietung mit begeistertem Applaus und Bravo-Rufen. Kelly eröffnete mit temperamentvollen Samba-Klängen und wechselte zwischen Songtexten in Spanisch und Englisch hin und her. Irish Folk, Flamenco-Attitüden, Eigenkompostionen wie „Don’t look back’: die Vielseitigkeit beeindruckte. Bei der Ballade über die zauberhaften Sally Gardens an der Westküste Irlands verwandelte sich der Altarraum in einen schimmernd-grünen Meditationsraum, und bei einer Arie aus Puccinis Oper aus Turandot hielt es das Publikum kaum noch auf den Stühlen.

 
 

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