Unterstützung für die Griechen

Rania Peltekakis
Rania Peltekakis
Foto: Fischer
Rania Peltekakis aus Niedersprockhövel ist zufrieden mit dem Referendum. Europa-Abgeordneter Dietmar Köster fordert einen Schuldenschnitt.

Sprockhövel..  Die Mehrheit der Griechen hat am Sonntag gegen die Reform-Auf­lagen der Gläubiger gestimmt. Auch in Sprockhövel haben Landsleute die Geschehnisse in ihrem Heimatland verfolgt. Ebenso aufmerksam hat der heimische Europa-Abgeordnete Dietmar Köster (SPD) auf das Volksreferendum geschaut: Er fordert nun „lösungsorientierte Ansätze, wie beispielsweise einen Schuldenschnitt“ und sieht die Politik der Europäischen Institutionen und des Internationalen Währungsfonds (IWF) für gescheitert an.

„Wir brauchen endlich einen europäischen Politikwechsel, hin zu sozialem und ökonomischem Wachstum“, erklärt er in einer Pressemitteilung am Montag. Hierfür benötige Griechenland einen Schuldenschnitt, der „ökonomisch absolut verkraftbar wäre, da die griechischen Gesamtschulden lediglich knapp drei Prozent der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone ausmachen.“ Köster fordert Wachstumsimpulse, die „unmittelbar bei der Bevölkerung ankommen“.

Rania Peltekakis wohnt seit sechs Monaten in Niedersprockhövel – über dem Restaurant „Yalo Yalo“ ihres Sohnes. Gebürtig kommt die 60-jährige aus Saloniki und besitzt dort noch drei Häuser. Sie ist nach Sprockhövel gekommen, weil ihr Sohn hier lebt und sie auf ihren Enkel aufpasst.

Die Griechin freut sich über das Ergebnis: „Meine Familie hat gegen die Reformauflagen gestimmt.“ Sie berichtet, dass viele Landsleute Angst um ihre Existenz und um das Land haben. Aus diesem Grund hätten sie gegen die ­Reformauflagen gestimmt. „Natürlich weiß niemand, ob es jetzt wieder bergauf geht oder ob das Ganze ein Fehler gewesen ist“, sagt Rania Peltekakis, aber sie hat großes Vertrauen in Regierungschef Tsipras. „Er ist noch jung, vielleicht hat er gemeinsam mit den anderen Staats- und Regierungschefs ein paar gute Ideen, um Griechenland aus der Krise zu helfen.“

Rania Reltekakis würde am liebsten selbst wieder ans Mittelmeer zurückgehen: „Dort ist es ­einfach am schönsten, auch wenn es finanzielle Probleme im Land gibt.“ Wenn sie an die vergangenen Jahre in ihrer Heimat denkt, dann sei es dort immer schön, freundlich und sauber gewesen, „aber seitdem das Land kein Geld mehr hat, hat sich das geändert“.

Von den Veränderungen im Land merkt die Rentnerin auch hier in Deutschland noch etwas. Normalerweise bekommt sie die Witwenrente ihres Mannes ausgezahlt, doch als Banken ein Limit für Geld-Abhebungen gesetzt haben, war dies nicht mehr möglich. „Ich hatte aber schon vorher ein bisschen Geld zurückgelegt und hier bin ich auch nicht so stark betroffen wie der Rest meiner Familie vor Ort“, sagt die 60-jährige.

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