Städte müssen über Flächen reden

Als mögliche interkommunale Gewerbefläche ist das Gelände rechts neben der Autobahnabfahrt der A 46 im Gespräche, die auf der Schwelmer Straße mündet.
Als mögliche interkommunale Gewerbefläche ist das Gelände rechts neben der Autobahnabfahrt der A 46 im Gespräche, die auf der Schwelmer Straße mündet.
Foto: www.blossey.eu
„Mit Sorge beobachten wir, wie die einzelnen Entscheidungen, zu denen es häufig keine Alternative gibt, dazu beitragen, Standorte für Firmen und Lebensräume für die Beschäftigten Stück für Stück unattraktiver zu machen. So kann und darf es nicht weitergehen“, betonten die Mitglieder des Regionalausschusses Ennepe-Ruhr der SIHK unter anderem in einem Gespräch mit den Spitzen der Kreisverwaltung.

Sprockhövel..  „Mit Sorge beobachten wir, wie die einzelnen Entscheidungen, zu denen es häufig keine Alternative gibt, dazu beitragen, Standorte für Firmen und Lebensräume für die Beschäftigten Stück für Stück unattraktiver zu machen. So kann und darf es nicht weitergehen“, betonten die Mitglieder des Regionalausschusses Ennepe-Ruhr der SIHK unter anderem in einem Gespräch mit den Spitzen der Kreisverwaltung.

Als wesentliche Ursache für die Löcher in den kommunalen Kassen nannte Landrat Arnim Brux zwei Gründe. „Zum einen wurden uns in den vergangenen Jahren immer wieder neue Aufgaben übertragen, ohne dass uns jemand die damit verbundenen Ausgaben erstattet hätte. Zum anderen ist es nach wie vor die kommunale Familie, die einseitig für die Lebensrisiken Alter, Armut und Krankheit haftet.“

Die Unternehmer nutzten das Gespräch neben der Erörterung anderer Themen auch, um auf den dringenden Bedarf an Gewerbe- und Industrieflächen sowie die in vielen Bereichen schlechte Versorgung mit schnellen Internetverbindungen hinzuweisen. Brux verwies auf das vom Kreis in Auftrag gegebene Gutachten für interkommunale Gewerbegebiete. „Hier haben wir als Kreis unsere Hausaufgaben gemacht. Jetzt sind die Städte am Zug, sie müssen darüber diskutieren, wo für sie Ansiedlungen denkbar wären“.

Die SIHK-Vertreter betonten, es bestehe beim Thema interkommunale Gewerbeflächenentwicklung dringender Handlungsbedarf. „Wir brauchen Raum hier in unserer Region für Entwicklung und nicht in Bochum oder in anderen Städten des Ruhrgebiets“, so SIHK-Vizepräsident Axel Vollmann.

Die Notwendigkeit betonte am Dienstag auch Sprockhövels Beigeordneter Bernd Woldt: „Wir sind sehr an einer Zusammenarbeit mit anderen Städten interessiert, wenn es um die Ausweisung eines gemeinsamen Gewerbeareals geht, zum Beispiel an der Stadtgrenze Sprockhövel und Schwelm, an der Schwelmer Straße. Doch die Ergebnisse des vom Kreis in Auftrag gegebenen Gutachtens sind uns nicht bekannt. Die Städte können ja erst miteinander reden, wenn sie wissen, worüber sie im Detail sprechen. Sobald wir die Ergebnisse haben, werden sie in den Gremien behandelt.“

Woldt weiter: „Selbst wenn sich die Städte einigen, besteht kein Grund zur Euphorie. Es geht jetzt erst einmal darum, dass die Fläche neben der Autobahnabfahrt der A 46 und der Schwelmer Straße in den Regionalplan aufgenommen wird, den der Regional-Verband Ruhr aufstellt.“

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