Sprockhöveler Geflügelzüchter sorgen vor

Die Zeit des schönen Lebens draußen auf der Wiese ist vorbei. Die Gänse vom Geflügelhof Knippschild verbringen wegen der Vogelgrippe vorsorglich ihre letzten Tage im Stall.
Die Zeit des schönen Lebens draußen auf der Wiese ist vorbei. Die Gänse vom Geflügelhof Knippschild verbringen wegen der Vogelgrippe vorsorglich ihre letzten Tage im Stall.
Foto: Volker Speckenwirth
Noch gibt es keine Vogelgrippe in Sprockhövel. Die Geflügelzüchtersperren ihr Federvieh jedoch vorsorglich in die Ställe.

Sprockhövel..  Zu Wochenbeginn verfügte die Kreisverwaltung, dass nach einer tot aufgefundenen Ente in Hagen in den als Risikogebiet definierten Städte Breckerfeld, Ennepetal, Gevelsberg, Herdecke und Wetter Hühner, Enten und Gänse in Ställen zu halten seien. Der mittlerweile bundesweit grassierenden Vogelgrippe ist es geschuldet, dass Züchter und Halter angewiesen wurden, die Tiere entweder im Stall oder in Volieren unterzubringen, die so gesichert sind, dass von oben keine Einträge von Kot möglich sind und Wildvögel nicht eindringen können.

„Wir warten nicht darauf, dass uns die Behörden auffordern, Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen“, sagt Jens Knippschild vom „Geflügelten Hofladen“. 250 Gänse, rund hundert Enten, 260 Suppenhühner, Hähnchen und andere Hühnervögel gehören zum großen Hof der Knippschilds. „Bei dieser Größenordnung sind wir sehr daran interessiert, auch ohne Alarm für Sprockhövel unsere Bestände zu schützen“, so Knippschild. So wurden die Ställe erweitert und alle Tiere von den Außenflächen geholt, um Kontakte zu Wildtieren grundsätzlich zu verhindern. „Da waren natürlich auch die Gans-Bestellungen unserer Kunden zu Weihnachten, die wir nicht gefährden wollen“, berichtet Jens Knippschild. Vier- bis fünfmal täglich werden die Vögel nun im Stall gefüttert, damit das Gewicht am Ende stimmt.

Cochin-Hühner im Stall

Auch im Zuchtbetrieb Helmut Burggräfe und Karin Brunswicker wird die Auffassung vertreten, nicht erst auf Verfügungen durch Ämter zu warten, sondern sich bereits jetzt um die Gesundheit der Hühner und Pfauen angesichts der Vogelgrippe zu kümmern. „Das Thema Vogelgrippe kommt ja immer wieder mal auf die Tagesordnung“, sagt Karin Burggräfe. Da Fleisch generell ein sensibles Thema unter Verbrauchern sei, habe der Betrieb zu wirksamen Vorsichtsmaßnahmen gegriffen. „Wir haben vor den Stalleingängen Hygienematten ausgelegt, damit keine Krankheitserreger in die Nähe der Vögel kommen“, so die Chefin.

Beim Rasse-Geflügelzuchtverein Sprockhövel gibt es für den Fall der Fälle klare Vorstellungen, was zu tun ist. „Wir haben das im Verein schon vor langer Zeit abgesprochen“, sagt der erste Vorsitzende Manfred Ahmann. Wichtigste Maßnahme ist auch hier die Unterbringung aller Vögel in Ställen. „Ich besitze neun Cochin-Hühner, die bis zur amtlichen Entwarnung sicher untergebracht sind“, sagt Ahmann. Im Gegensatz zu professionellen Züchtern, die mit großen Mengen arbeiten, sieht es der Vereinschef menschlich: „Das sind doch Lebewesen, für die ich verantwortlich bin.“l

 

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