Sprockhövel spinnt am Radnetz

Hendrik Steimann
Britta Altenhein
Britta Altenhein
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler
Einige Forderungen des Arbeitskreises Radverkehrsförderung wurden umgesetzt, zum Beispiel Einbahnstraßen geöffnet. Kritik gibt es bei den Landstraßen.

Sprockhövel.  In Sprockhövel steigt die Nutzung von Fahrrädern auf kurzen und mittleren Distanzen. Weshalb der Arbeitskreis Radverkehrsförderung schon im Jahr 2013 ein Radkonzept für die Stadt erstellt hat. Umgesetzt wurde das bislang nur teilweise – vor allem auf den Landstraßen sieht der Arbeitskreis Nachbesserungsbedarf.

Die Stadtverwaltung hat die Wünsche des Arbeitskreises geprüft. Unter anderem hatte der Arbeitskreis für das Radkonzept die Öffnung von Einbahnstraßen für Radfahrer beantragt. Dies wurde von der Politik befürwortet. An 16 Stellen prüfte die Stadt die Umsetzbarkeit. Das Ergebnis: Radfahrer dürfen nun an der Neustraße, der Bleichwiese und einem Teil der Hölterstraße entgegen der Fahrtrichtung radeln. Die Heidestraße und Kreuzstraße waren bereits vorher für Radfahrer geöffnet. „Die Autofahrer müssten sich nur daran gewöhnen, dass ihnen Radfahrer entgegen kommen“, meint Rolf Löhken, Vorsitzender des Radsportvereins RSC Westfalia Sprockhövel. Er gehört nicht dem Arbeitskreis an, kennt aber Spannungspunkte im Straßenverkehr.

An einigen Stellen wurde zudem auf Bürgersteigen die Benutzungspflicht für die Radfahrer in ein Benutzungsrecht umgewandelt, um zwischen Radfahrern und Fußgängern gefährliche Situationen zu minimieren. Vorher waren beide Parteien gezwungen, sich den Gehweg zu teilen. Nun können Radfahrer auf die Straße ausweichen. Beispiele sind hierfür die Gevelsberger Straße, die Dresdener Straße und die Mühlenstraße.

Wenige tausend Euro investiert

Ein Wunsch des Arbeitskreises war darüber hinaus die Anpassung der Durchfahrtsbreite der Schranken, die auf dem Weg an der Bahntrasse stehen. Auch diesen erfüllte die Stadt. Insgesamt floss bislang eine geringe vierstellige Summe für die Umsetzung der Maßnahmen. Nur bei einer größeren Baustelle stehen die Entscheidungen noch aus – die betreffen die Landstraßen, bei denen die Stadt mit Polizei und Land kommunizieren muss.

„Wir haben die Hoffnung, dass sich etwas verbessert. Im Moment haben wir allerdings nicht das Gefühl, dass gezielt nach Lösungen gesucht wird“, kritisiert Britta Altenhein vom Arbeitskreis Radverkehrsförderung. Sie und ihre Mitstreiter wünschen sich Markierungen auf der Fahrbahn – als Schutzraum für Radfahrer. „Der gemeinsame Verkehr ist besser als eigene Radwege bei zu vielen Grundstückseinfahrten. Wir wollen das Sicherheitsgefühl der Radfahrer erhöhen“, betont Altenhein.

Unterstützung kommt seitens der Politik. Die SPD-Fraktion fordert in einem Antrag ein „attraktives, zeitgemäßes Radnetz“.