Sorgen vergessen, einfach Kind sein

Vereinsvorsitzende Gaby Schäfer unternahm mit 54 Kindern und Jugendlichen einen Segeltörn auf der Ostsee.
Vereinsvorsitzende Gaby Schäfer unternahm mit 54 Kindern und Jugendlichen einen Segeltörn auf der Ostsee.
Foto: Privat
Der Gemeinnützige Verein „sunshine4kids“ ist von seinem bislang größte Segeltörn auf der Ostsee mit 54 Kindern, 19 Yachten und einem Traditionsschiff zurückgekehrt.

Sprockhövel.  Der Gemeinnützige Verein „sunshine4kids“ ist von seinem bislang größte Segeltörn auf der Ostsee mit 54 Kindern, 19 Yachten und einem Traditionsschiff zurückgekehrt.

Dass Segeln für Kinder in Not ein Hilfsmittel sein kann, beweist sunshine4kids bereits seit einigen Jahren. Am 1. Januar 2007 entstand die Idee, Kinder, die in ihrem jungen Leben bereits viele negative Momente erlebt haben – sei es durch Schicksalsschläge, Krankheiten oder anderes – einfach mal mit aufs Wasser zu nehmen. Ihnen die Chance zu geben, für einige Tage all das schwere Gepäck, das sie mit sich herumtragen, an Land zurückzulassen und einfach „Kind“ zu sein.

Kraft für einen Neuanfang sammeln

Dabei geht es sunshine4kids e.V. aber auch darum, Zeit für Gespräche zu schaffen und durch Erlebnisse in der Natur Kraft für einen Neuanfang zu sammeln. „Unsere Arbeit ist bewegend, manchmal herzzerreißend, aber immer lohnend und unvergesslich“, sagt die Sprockhöveler Vereinsvorsitzende, Gaby Schäfer. Noch bevor der Reisebus über die Brücke nach Fehmarn fuhr, lagen die Yachten bereit. Und wie kam es zu einer derart großen Zahl von 19 Segelschiffen?

Der Verein hatte in einem Forum einen Aufruf gestartet. Die Eigner erklärten sich bereit, an dem Törn teilzunehmen. Darunter Persönlichkeiten wie Johannes Erdmann (Botschafter der Aktion) und Gudrun Calligaro, die mit ihrer Dufour Arpege „Mädchen“ zwischen 1988 und 1990 als erste Deutsche einhand die Welt umsegelt hatte.

Gaby Schäfer sagt: „Die Eigner waren während des Törns nicht nur Schiffsführer, um den Kids eine Ausfahrt zu ermöglichen, sondern wurden auch zu Ersatzeltern. Man lernte sich schnell kennen.“

„Alle Kinder, die mit auf der Ostsee waren, können auch beim nächsten Törn auf dem IJsselmeer mitfahren“, hatte Gaby Schäfer noch am Vorabend der Rückreise versprochen. Dort liegen sogar zwei eigene Vereins-Yachten von sunshine4Kids. Dabei handelt es sich um Schenkungen von Unterstützern des Vereins. „Und außerdem halten wir Kontakt mit den Kindern, versuchen ihnen auf ihrem weiteren Lebensweg zu helfen, sie zu unterstützen und zu begleiten“ , betont Schäfer. Zum Beispiel bei der Suche nach Ausbildungsstellen. Aber nicht nur der Verein – auch so mancher Skipper hat mit den Kindern E-Mailadressen getauscht oder unverhofft eine Freundschaftsanfrage bei Facebook erhalten. „Es wäre nicht das erste Mal, dass sich aus einer Crew echte Freundschaften entwickeln“, sagt Gaby Schäfer.

 
 

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