Senioren-Union fordert Müllsack für Windeln

In Herdecke gibt es bereits den Windel-Sack: Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster (r.), Daniela Runge (l.) und Katharina Tschirley mit Tochter Anna.
In Herdecke gibt es bereits den Windel-Sack: Bürgermeisterin Katja Strauss-Köster (r.), Daniela Runge (l.) und Katharina Tschirley mit Tochter Anna.
Foto: Stadt Herdecke
Junge Familien und pflegebedürftige Menschen benötigten zusätzliche Entsorgungsmöglichkeit, finden die Politiker.

Sprockhövel.  Die Senioren-Union fordert die kostenlose Verteilung eines Windel-Müllsacks in der Stadt. „Junge Familien und pflegebedürftige Menschen bedürfen einer zusätzlichen Entsorgung für Windeln und Inkontinenzartikel“, so die Senioren-Union.

Entstanden sei die Idee durch Gespräche mit einem Kollegen aus Herdecke, berichtet Rita Gehner, Vorsitzender der Senioren-Union Sprockhövel. Dort hat die Stadt im Dezember 2015 einen Windel-Müllsack eingeführt, allerdings nur für Familien. In die Diskussion mit der CDU brachte die Senioren-Union zunächst eine Windeltonne ein, wie es sie auch in anderen Städten gibt, so Gehner. „Viele wollten aber keine Windeltonne, weil sie keinen Platz dafür haben“, so Gehner. Also habe man einen grauen Sack wie in Herdecke beantragt. „Doch das wurde von der CDU nicht weiterverfolgt – sehr zu unserem Bedauern.“

Der Antrag sei gekommen, also bereits die Ausschreibung für die Restmülltonne lief, erwidert CDU-Fraktionschef Torsten Schulte. „Wir wollten die Ausschreibung nicht gefährden“, sagt er. Die Senioren-Union könne den Vorschlag aber gerne über ihre Vertreter in der Fraktion wieder einbringen.

Auf ihrer Jahreshauptversammlung diskutierte die Senioren-Union nun noch einmal mit Experten der Kreisverwaltung über die Machbarkeit einer Windeltonne. Diese hätten die Schwierigkeiten einer Tonne erläutert, sagt Rita Gehner. „Kommunen mit Schuldenhaushalt dürfen das nicht kostenlos anbieten“, weiß sie jetzt. Das hänge mit einer Ausnahme in der Landesgesetzgebung zusammen, der vor einiger Zeit gestrichen wurde: „Soziale Belange müssen berücksichtigt werden.“ Dass dieser Satz wieder ins Gesetz aufgenommen wird, will die Senioren-Union nun über den Seniorenbeirat der Stadt und den Landesseniorenbeirat anstoßen.

 
 

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