Regisseure sind in Sprockhövel die wahren Stars

Pünktchen (Janna Schleichert, Mitte links) trifft Anton (Julius Killmann, Mitte rechts) an der Friedrichstraße.
Pünktchen (Janna Schleichert, Mitte links) trifft Anton (Julius Killmann, Mitte rechts) an der Friedrichstraße.
Foto: Fischer
Die Theatergruppe Schnick-Schnack startet mit „Pünktchen trifft Anton“. Zum ersten Mal inszenieren Perdita Priwall und Nina Schleichert das Stück.

Sprockhövel..  Wieder einmal ausverkauft: Mit der Premiere von „Pünktchen trifft Anton“ startete die Theatergruppe Schnick-Schnack ins neue Jahr. 180 Zuschauer sahen die Adaption des Romans von Erich Kästner im evangelischen Gemeindehaus am Perthesring.

Die nach außen hin wichtigsten Personen sind die Hauptdarsteller, in diesem Fall Janna Schleichert (Pünktchen) und Julius Killmann (Anton). Aber mindestens genauso wichtig sind die, die das Stück inszenieren. „Sie sind die wahren Stars“, sagte Pressesprecherin Anja Jensen. Perdita Priwall und Nina Schleichert waren am Wochenende die wahren, die heimlichen Stars. Das Stück ist ihr „Baby“.

Beide feierten mit „Pünktchen trifft Anton“ ihre Regie-Premiere. Bevor der Einlass begann, beobachteten sie im Saal die letzten Vorbereitungen und motivierten ihr Team. Sie seien sehr aufgeregt, sagten beide. „Weil man die Verantwortung für alles hat“, sagte Nina Schleichert. Ein Schauspieler muss seine Rolle beherrschen – ein Regisseur das große Ganze im Auge haben. „Da gibt es so viel, woran man denken muss“, so Perdita Priwall. Besonders schwierig sei es gewesen, die Schauspieler in ihre Rollen zu bekommen. „Es sind ein paar fiese Rollen dabei.“ Zum Beispiel: Es müssen eigentlich ganz liebe Jugendliche Rowdys spielen.

Aufwendiges Bühnenbild

Die Regie ist bei der Theatergruppe wie alle anderen Aufgabenbereiche auch nicht auf bestimmte Personen festgelegt. Jeder soll seine Ideen einbringen können: Wer ein Stück vorstellt, das die Mitglieder des Vereins auswählen, inszeniert es in der Regel auch.

Vor gut zehn Jahren hat sich die Theatergruppe gegründet. „Am Anfang waren wir ein paar Kindergarteneltern mit den Kindern“, sagte Anja Jensen. Heute gehören zwischen 70 und 80 Personen zur Gruppe und nehmen unterschiedliche Aufgaben wahr. Denn in jedem Stück steckt viel Arbeit: Neben Regie und Besetzung muss man sich zum Beispiel auch um die Musik kümmern. Oder um das Bühnenbild: Bei „Pünktchen trifft Anton“ sieht man unter anderem die Berliner Friedrichstraße – zum Beispiel mit „Murats Kebap“ und Graffiti. Und auch rund um das Stück wird etwas geboten: Merchandise und Catering.

„Zu jedem Stück gibt es eine Projektleitung“, sagte Anja Jensen. Die entlastet die Regisseure, damit diese sich auf ihre Hauptaufgabe konzentrieren können.

Pro Jahr werden drei Stücke aufgeführt: ein Familienstück und je eines für Jugendliche und Erwachsene. Montags ist der Probentag, zudem gibt es Theaterwochenenden mit Referenten. So hat es Schnick-Schnack ja auch schon auf Bühnen außerhalb Sprockhövels geschafft. Dass der Wittener Saalbau bei „Mit Mary Popp ins Zauberland“ im März 2014 ausverkauft war, mache die Gruppe stolz, sagte Anja Jensen.

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