Piraten fordern Diskussion zur L 70n

Die Voraussetzungen für den Schwerlastverkehr haben sich geändert, sagt die Piratenpartei. Über die Notwendigkeit einer Ortsumgehungsstraße in Niedersprockhövel soll in Ruhe neu nachgedacht werden.
Die Voraussetzungen für den Schwerlastverkehr haben sich geändert, sagt die Piratenpartei. Über die Notwendigkeit einer Ortsumgehungsstraße in Niedersprockhövel soll in Ruhe neu nachgedacht werden.
Foto: Archiv

Sprockhövel..  In einem Schreiben an Bürgermeister Ulli Winkelmann und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen wirbt der Chef der im Rat vertretenen Piraten-Partei, Martin Debold, jetzt für die Entwicklung eines Neubaugebietes an der Wuppertaler Straße.

In dem Brief heißt es: „Ich wurde darüber informiert, dass nach Einholung des Einverständnisses des derzeitigen Eigentümers die Gesellschaft für Grundstücksentwicklung Stracke sich der Entwicklung des ehemaligen Hausherr-Gewerbegeländes an der Wuppertaler Straße angenommen hat. Es wird eine rekultivierende Umwidmung von Teilen des etwa 18 000 Quadratmeter großen Grundstücks zu Wohngrundstücken gemäß der Bundesbodenschutzverordnung angestrebt. Hierzu werden derzeit erste Grunddaten und Fakten zum Baugrund, zu Erschließungsmöglichkeiten und zur möglichen Umsetzung beschafft und gutachterlich ausgewertet, bevor die Gespräche mit Stadt und Interessenten beginnen sollen.“ Kernthema soll die Entstehung eines gehobenen Wohnviertels sein. Martin Debold, der beim Verwaltungsgericht Arnsberg gegen den Bau der Umgehungsstraße L 70n Klage eingereicht hat, schlägt seinen Ratskollegen zudem vor, an einem runden Tisch über den Bau der Umgehungsstraße neu nachzudenken. Würde das neue Wohngebiet entwickelt, entfiele auch ein Teil des Schwerlastverkehrs zum Standort der alten Produktionshalle. Stadtentwicklung stelle sich heute ganz anders dar, als vor 34 Jahren. Debold: „Daher möchte ich ganz herzlich die Anhänger dieses Alt-Planes und alle Ratsmitglieder einladen, alle zusammen eine Lösung zu suchen, die ganz Obersprockhövel, Niedersprockhövel und Bossel hilft, mit dem Lkw-Verkehr fertig zu werden.“ Es kämen ständig neue Faktoren hinzu, zum Beispiel die Lkw-Maut, die Auswirkungen auf die Verkehrsströme habe. Zudem habe die NRW-Landesregierung eine Haushaltssperre verhängt und die Landesbetriebe wie Straßen NRW sollen nur noch begonnene und vertraglich vereinbarte Baumaßnahmen weiterführen.

In diesem Zusammenhang betont Debold im Schreiben an seine Ratskollegen: „Wir sollten uns mit der Tatsache auseinandersetzen, dass durch die L 70n eine verbesserte mautfreie Parallelstrecke zur A 43 entstünde. Wenn die Speditionen schon die Kleinbeckstraße, die nun wirklich nicht für einen Lkw-Fahrer einladend ausgebaut ist, als Durchgangsstraße benutzten.“

Martin Debold weist zudem auf den Kreisverkehr der L 70n hin, „der ist so groß wie ein halbes Fußballfeld“. Da hätten ältere Menschen mit Rollator oder Mütter mit Kinderwagen Probleme, den zu überqueren.

 
 

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