Pflanze für Schleckermäuler

Bastian Haumann
Erika Fuchs, Mitglied im Vereins Die Gartenfreunde und Enkel Tim, setzen auf die Stevia. Foto: Kreikenbohm
Erika Fuchs, Mitglied im Vereins Die Gartenfreunde und Enkel Tim, setzen auf die Stevia. Foto: Kreikenbohm
Foto: WAZ FotoPool

Süßes gehört verboten? Das Süßkraut Stevia landete aber nicht auf dem Index, weil es für überflüssigen Hüftspeck sorgt.

Doch die Sprockhöveler Gartenfreundin Erika Fuchs, ließ sich nicht beirren. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) befürchtete beim Verzehr des Süßungsmittels, das aus dem Blättern der Pflanze gewonnen wird, schwere gesundheitliche Folgen. Daher untersagte die Behörde die Nutzung für die europäische Lösungsmittelindustrie und ließ sie nur als Lebensmittelzusatz zu.

Einzelne Ausnahmegenehmigungen sprach die EFSA für Schweiz und Frankreich aus. Jetzt gab es nach aktuellen Berichten einen „Freispruch” für das Süßkraut. Erika Fuchs: „Schon vor dem Urteil konnte man die Pflanze an der Supermarktkasse kaufen“, sagt die Gartenfreundin. Bei ihr kommt die Stevia schon seit Längerem in der Küche zum Einsatz. Die Bedenken der EFSA, die es bis vor wenigen Monaten gab, schlug sie in den Wind.

„Die Mengen hätte niemand essen können, damit es bedenklich wird”, begründet sie. Denn von dem Süßungsmittel, das von seiner Konsistenz an Puderzucker erinnert, brauche man lediglich eine Messerspitze voll. Das Pulver sei allerdings nur über das Internet zu bekommen. „Es wird dort tatsächlich unter Naturkosmetik geführt”, berichtet Erika Fuchs erstaunt und fügt hinzu, „für 50 Gramm zahlte ich 21 Euro.“ Sie hofft nun, dass der Süßstoff der Stevia, nachdem die EFSA die Pflanze als unbedenklich einstufte, bekannter und damit auch billiger wird.

Denn das süße Pulver hat viele Vorteile. Fuchs: „Für Diabetiker ist der Süßstoff absolut unbedenklich und er hat keine Kalorien.” Sie selbst benutze den Süßstoff der Stevia für fast alles, was gesüßt werden muss. Nur beim Backen greift sie auf normalen Zucker zurück. Für Salatdressings oder Ähnliches benutzt sie getrocknete und zerbröselte Blätter, die sie von ihren eigenen Stevia-Pflanzen im Garten erntet. Neben der Stevia hat Erika Fuchs noch weitere ungewöhnliche Kräuter in ihrem Garten stehen. Am interessantesten ist hier wohl die Unsterblichkeitspflanze. Sie findet ihren Einsatz in der traditionellen chinesischen Medizin. Ihr Name ist darin begründet, dass es in bestimmten Regionen Chinas eine überdurchschnittlich hohe Lebenserwartung gibt, welche auf den regelmäßigen Konsum der Pflanze zurückgeführt wird.