Perfekter Bau und schwache Unterfarbe

Bastian Haumann
Rammlerschau des EN-Kreises und Erzeugnisschau Ennepe-Ruhr in der Begegnungsstätte am Gedulderweg 80 in Niederstüter. Auch in diesem Jahr stellte Stüter wieder den Mannschaftssieger. Stellvertretend für die Mannschaft nahmen Bernd Putschke, Jürgen Vogelbruch (Vorsitzender) und Evelyn Sokowski die Pokale vom stellvertretenden Bürgermeister Udo Andre Schäfer (3. von links) entgegen.
Rammlerschau des EN-Kreises und Erzeugnisschau Ennepe-Ruhr in der Begegnungsstätte am Gedulderweg 80 in Niederstüter. Auch in diesem Jahr stellte Stüter wieder den Mannschaftssieger. Stellvertretend für die Mannschaft nahmen Bernd Putschke, Jürgen Vogelbruch (Vorsitzender) und Evelyn Sokowski die Pokale vom stellvertretenden Bürgermeister Udo Andre Schäfer (3. von links) entgegen.
Foto: Haenisch / waz fotopool
Mehr als 30 Züchter schickten am Wochenende 102 Kaninchen ins Rennen bei der 35. Kreisrammlerschau

Sprockhövel.  Süß, süßer, am süßesten? Die Skala, um ein Kaninchen zu bewerten, ist bei Laien schnell erschöpft. Fast unerschöpflich wirkt dagegen der Bewertungskatalog der Fachjury, die am Samstag und Sonntag auf der 35. Kreisrammlerschau in der Begegnungsstätte am Gedulderweg 102 Tiere von gut 30 Züchtern in Augenschein genommen hat.

Jürgen Vogelbruch, Vorsitzender des Rassekaninchenzuchtvereins W 541 Stüter, Gastgeber der Ausstellung, gab einen kleinen Einblick. „Es gibt Bewertungskriterien, die sind bei allen Rassen gleich – Gewicht, Körperform, Typ, Bau und Pflegezustand“, erklärte er. „Dazu kommen drei Bewertungskriterien, die rassespeziefisch sind.“ Das Ziel eines jeden Züchters sei die höchste Punktzahl 100. „Aber: Das erreicht keiner.“

Glücklich kann sich demnach jeder Züchter schätzen, dessen Tiere mit 97 Punkten aufwärts bewertet werden. „Besser geht es nicht“, sagte der Vereinsvorsitzende. Auf den Bewertungszetteln, die an jedem Käfig hängen und auf denen jede Bewertungsposition abzulesen war, prangte in diesem Fall ein V für vorzüglich. Bei anderen, weniger gut bewerteten Tieren stand dagegen eine knappe Begründung, wenn die Jury Punkte abzog. Zu lesen war dort etwa: etwas eckig, wenig Felldichte oder schwache Unterfarbe.

Dabei darf noch lange nicht jeder, der die Bewertungskriterien für die Rassen kennt, auch in einer Jury tätig sein. Zuvor kommt jedes Jurymitglied selbst auf den Prüfstand. „Die Ausbildung, um Mitglied in einer Jury zu werden, dauert drei Jahre und endet mit einer Prüfung.“

Kaninchenzucht kann auch als Wettbewerb mit großer Konkurrenz betrieben werden. „Es geht hoch bis zur Bundesschau, die letzte fand in Erfurt mit mehr als 30 000 Tieren statt“, erzählte Jürgen Vogelbruch. Dabei gibt es eine Vielzahl verschiedener Rassen, vom richtigen Brecher, der neun bis zehn Kilogramm schwer wird, über Tiere, die nur die Hälfte wiegen bis hin zu den Zwergen. „Die bringen gerade mal 1200 Gramm auf die Waage“, erzählte der Vorsitzende. Doch gehe der Trend dahin, die Eigenschaften der alteingesessenen großen und mittelgroßen Rassen auch auf kleine Rassen zu übertragen. Das hat praktische Gründe. „Nicht jeder kann so große Tiere halten und je kleiner das Kaninchen, desto kleiner auch der Mist, den es verursacht“, sagte Jürgen Vogelbruch. Die kleinen Rassen seien auch das perfekte Einstiegskaninchen für Kinder.