Nicht nur die Trasse im Blick haben

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Eine Umfrage im Zuge unserer WAZ-Jahresserie „Leben im Revier“ zum Radverkehr zeigt: Abseits des Radwanderwegs muss nachgebessert werden.

Sprockhövel. Im Fahrradklima-Test des ADFC schaffte es Sprockhövel auf ein schwach befriedigend. Das Ergebnis wird nun von unseren Leser bestätigt. Gut zwei Drittel sagen: „Für den Radverkehr wird zu wenig, kaum etwas oder überhaupt nichts getan.“ Das geht aus einer Online-Umfrage hervor, die Chefredakteur Andreas Tyrock zum Start der Jahresserie „Leben im Revier“ auf den Weg gebracht hatte und an der auch Sprockhöveler teilnahmen. Dabei sprudeln die Ideen – wenn die Umsetzung auch auf sich warten lässt, zumindest beim Vorzeigeprojekt der Stadt: der Alten Bahntrasse.

Über sie kann seit der Eröffnung des Tunnels Schee von Westfalen bis ins Rheinland geradelt werden. Nach dem Vorbild der Wuppertalbewegung und ihrer Nordbahntrasse oder der Solinger Korkenziehertrasse soll auch der heimische Radwanderweg attraktiver werden. Die Projektgruppe „Neue Ideen für die Alte Trasse“ macht sich dafür stark. Ob es dafür die wichtigen Gelder gibt, bleibt jedoch offen. Die Trasse ist Teil des Leader-Projekts, eines Wettbewerbs um europäische Fördergelder. Ende Mai fällt hier die Entscheidung.

Die Bahntrasse ist bereits jetzt sehr beliebt. Fast alle Leser antworten auf die Frage nach den schönsten Radwegen der Stadt, dass sie dort gerne radeln. Eine Leser beanstandet: „Es gibt ja nur die ehemalige Bahntrasse.“ Andernorts müsse nachgebessert werden. Gerade entlang der Haupt- und Mittelstraße wünschen sich die Sprockhöveler, dass sich die Situation für die Radfahrer bessert. Mit dem in den Bürgersteig integrierten Radeweg, der entlang der Hauptstraße führt, zeigt sich kaum jemand zufrieden. Er führe viel zu dicht an den Läden vorbei oder werde oft erst gar nicht von den Radfahrern genutzt. Hier gibt es Konfliktpotenzial. Als gefährlich stufen die Sprockhöveler vor allem Stellen ein, an denen Radweg und Straße sich kreuzen, außerdem unübersichtliche Einmündungen oder die Hauptverkehrsadern. Als Beispiele seien genannt: Quellenburg, Gevelsberger Straße oder Bochumer Straße.

 
 

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