Musikalische Zeitreise

Liedermacher Kai Degenhardt stimmte im Bildungszentrum der IG Metall kritische, aber leise Töne an.
Liedermacher Kai Degenhardt stimmte im Bildungszentrum der IG Metall kritische, aber leise Töne an.

Beim Richtfest des neuen Bildungszentrums wurde in die Zukunft geblickt. Jetzt gab’s musikalisch einen Rückblick auf den Strukturwandel.

Zum Stichwort „RUHR.2010” wurden und werden in zahlreichen Veranstaltungen die Industriebrachen jetzt als Kulturorte gefeiert. Aber der Strukturwandel hat auch ein anderes Gesicht. Drohender Arbeitsplatzverlust, die Angst um die Existenzgrundlage und die Sorge um die Zukunft der kommenden Generation waren die vorherrschenden Themen einer vierstündigen Musikveranstaltung im Saal 2 der IG Metall-Bildungseinrichtung.

Die Akteure der Songgruppe „Zündschnüre” verbindet insbesondere die ehemalige Henrichshütte in Hattingen und der in den 80er Jahren geführte Kampf um die Arbeitsplätze dort. Entsprechend war auch ihre Liedauswahl und viele Gäste aus dem Publikum blickten bei den Texten auf eine gemeinsame Geschichte zurück. Nicht zufällig saß auch Otto König, der gerade in den Ruhestand verabschiedete Bevollmächtigte der IG Metall, im Publikum.

Peter-Jörn Rüddenklau 30 Jahre Mutmacher

Seit gut 30 Jahren ist auch Peter-Jörn Rüddenklau mit seiner Gitarre als Liedermacher vor Ort, sei es um in Tarifauseinandersetzungen das Lied vom Ruhrgebietsmalocher mit seinem Transparent zu singen oder musikalisch Kolleginnen und Kollegen Mut zu machen, wenn es um ihre Arbeitsplätze geht.

Filigran und eher mit leiseren, aber nicht weniger schärferen Tönen, war dagegen Kai Degenhardt zu erleben. Nebenbei erklärte er dem interessierten Publikum die technischen Raffinessen seiner „Echomaschine“.

Mit einigen Sequenzen von übereinandergelegten Musikpassagen entstand ein neuer Sound, ein neues Lied, das mit begeistertem Applaus gefeiert wurde.

Überhaupt bewiesen die Zuhörer in dem bis auf den letzten Platz besetzten Saal Ausdauer. Als Ernst Schwarz, früher in Bochum bei Mönninghoff, den „Ein-Euro-Blues“ anstimmte, waren bereits zwei Stunden vergangen. Bernd Köhler mit seinem Gitarristen Jan Lidqvist erinnerte an die Betriebsbesetzung bei Mönninghoff am Standort Hattingen und die damals entstandene Mönnginghoff-Songruppe, die u.a. den „Stahlwerkersong“ im Hüttenkampf bekannt machte.

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