Local Heroes der Integration

Mit Auszügen aus ihrem Musical „Rockhövel“ unterhielten die Schüler die Gäste in der Glückauf-Halle.
Mit Auszügen aus ihrem Musical „Rockhövel“ unterhielten die Schüler die Gäste in der Glückauf-Halle.
Foto: WAZ FotoPool / Olaf Ziegler

Integration ist an der Hauptschule kein Nebenfach. Für ihr groß geschriebenes Miteinander erhielt sie eine Auszeichnung.

Zum zweiten Mal hatte die VHS-EN-Süd zu ihrer Verleihung des Integrationspreises als Ableger der Local-Heroes-Woche in die Glückauf-Halle geladen. Die Preisträger hatte im Vorfeld eine Jury ausgewählt. Ihre Helden sind Calogero Mazzarisi, Schwelmer mit italienischen Wurzeln und die Ganztagshauptschule Niedersprockhövel.

„Für die Hauptschule sprach gleich eine ganze Reihe von Gründen”, sagte Bürgermeister Dr. Klaus Walterscheid. Seit über zehn Jahren nehme sie am Programm „Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage” teil, einem Netzwerk, bei dem sich Schulen in einer Selbstverpflichtung darauf einigten, aktiv gegen Rassismus vorzugehen. Auch Schüler - eagal welcher Hautfarbe - werden dort nicht im Regen stehen gelassen. „Es gibt verschiedenste Förderprogramme“, berichtete Walterscheid. Eines davon sein eine Art Förderdiagnose. „Jedes Kind wird in Mathe und Deutsch geprüft. Danach wird ein Förderplan erstellt, der abgearbeitet und von Lehrern begleitet wird.“ Dazu gebe es Förderprogramme für die Teamfähigkeit in den Unterstufen, Berufsvorbereitungen für die höheren Jahrgänge und vieles mehr.

Wie es aussehen kann, wenn alle an einem Strang ziehen, zeigten die Hauptschüler mit einem kurzen Auszug aus dem Musical „Rockhövel“, dass sie zusammen mit ihren Lehrern auf die Beine stellten. Calogero Mazzarisi - seine Laudatio hielt der Gevelsberger Bürgermeister Claus Jacobi - kam 1952 in Resuttano (Sizilien) zur Welt, lebt seit 1970 in Schwelm, erlernte den Beruf des Maschinenschlosser und ist bis heute Betriebsrat bei Peddinghaus. „Dazu kam sein Engagement im Koordinierungskreis für ausländische Mitbürger in Schwelm, in der christlichen Vereinigung italienischer Arbeiter und im Sozialausschuss des italienischen Konsulats“, berichtete Jacobi.

Und wie Integration aus der Sicht „von ne Bergische Jung“ aussieht, berichtete der Kölner Willibert Pauels, Diakon, aber vor allem Kabarettist aus Leidenschaft, in seinem einstündigen Programm. „Da muss man aufpassen, denn es wird immer die Integrationskeule geschwungen“, gab er zu bedenken, bevor Witze vom Stapel ließ, „die er nicht mehr erzählen darf“.

Die Gäste erfuhren, warum diese Sache mit dem Baum und dem Apfel nicht passiert wäre, wenn Adam und Eva Chinesen gewesen wären. „Die hätten doch die Schlange gegessen“, erklärte er. Selbst seine Sichtweisen über Rheinländer und Westfalen quittierte die Kirche schon mit Beschwerdebriefen.

 
 

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