Leser kritisieren geschlossenes Bürgerbüro in Sprockhövel

In Niedersprockhövel befindet sich die Zweigstelle des Bürgerbüros in der ehemaligen Grundschule Nord am Busbahnhof
In Niedersprockhövel befindet sich die Zweigstelle des Bürgerbüros in der ehemaligen Grundschule Nord am Busbahnhof
Foto: Volker Speckenwirth
Leser mahnen bei Stadtverwaltung mehr Bürgernähe an. Stadt verweist auf laufendes Stellenbesetzungsverfahren und Ausfall durch Krankheit.

Sprockhövel..  Die beiden Bürgerbüros in Niedersprockhövel und Haßlinghausen sind zentrale Anlaufstellen für die Menschen in Sprockhövel, um behördliche Dinge zu regeln. Umso gereizter reagieren einige Bürger, wenn das jeweilige Büro in ihrer Nähe geschlossen ist. Bei dieser Zeitung macht etwa Heinrich Willemsen aus Niedersprockhövel seinem Ärger Luft, wenn er schreibt: „So oft wie in den letzten Monaten dieses Bürgerbüro wegen Krankheit geschlossen war, ist das nicht mehr hinnehmbar.“ Sollte Bürgernähe weiterhin gewährleistet sein, müsse dringend etwas unternommen werden, so Willemsen.

Bei der Stadt stößt der Leser mit seiner Kritik grundsätzlich auf Verständnis. „Abgesehen von einem Kollegen in diesem Bereich, der schon länger krank ist, sind wir seit ein paar Monaten dabei, eine Vollzeitstelle im Bürgerbüro neu zu besetzen“, informiert Thomas Mai, Leiter des zuständigen Ordnungsamtes. Leider seien die Bemühungen um die Neubesetzung bislang nicht erfolgreich gewesen: „Wir hatten Bewerber, denen wir bereits zugesagt hatten, die dann jedoch nicht gekommen sind“, berichtet Mai. Zurzeit laufe eine öffentliche Ausschreibung, das Bewerbungsverfahren befinde sich in diesen Tagen in der Schlussphase.

Leser Hartmut Wesseling moniert, die Verwaltung sollte bei Ausfällen durch Krankheit „kreativer beim Einsatz mit Personal verfahren und kurzfristig andere Verwaltungsmitarbeiter an deren Stelle setzen.“ Thomas Mai hat da Einwände. „Wer im Bürgerbüro sitzt, muss umfassend eingearbeitet sein und alle Bereiche der Stadtverwaltung kennen.“ Auch nütze es nichts, erfahrenen Kollegen diese Aufgabe noch zusätzlich auf die Schultern zu laden – „unsere Erfahrung mit der Auslastung der Bürgerbüros zeigt, dass dieser Job nicht nebenbei erledigt werden kann“, so der Ordnungsamtsleiter. Kurzfristig sei bei der Besetzung der beiden Büros nichts machbar.

Der Kritik von Leserin Gerhild Ranke, es sei immer die Niederlassung in Niedersprockhövel, die bei Engpässen geschlossen werde, hält Thomas Mai entgegen: „Es ist sinnvoll, das Büro in Haßlinghausen offen zu halten, weil hier am Standort alle weiteren Behörden der Stadt untergebracht sind. Wer vom Bürgerbüro weiter verwiesen wird, kann seine Angelegenheiten dann auch am Ort erledigen.“

Auch wirbt der Leiter des Ordnungsamtes um Augenmaß bei der Verwendung des Begriffes der Bürgernähe: „Wir leisten uns in Sprockhövel immerhin zwei Bürgerämter. In einer Großstadt wie Wuppertal gibt es nur eins, und das sitzt in Barmen.“

 
 

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