Leerstände in Haßlinghausen nehmen dramatisch zu

Foto: Haenisch / waz fotopool
An der oberen Mittelstraße in Haßlinghausen ist die Anzahl der Leerstände in den vergangenen sechs Monaten stark angestiegen. Beim Werbering Haßlinghausen und dem Verein der Haus- und Grundbesitzer läuten die Alarmglocken.

Sprockhövel.. Zehn Geschäfte haben auf der oberen Mittelstraße im vergangenen halben Jahr ihre Pforten geschlossen oder werden dies in nächster Zukunft tun, rechnet Matthias Mayer, Geschäftsführer von Haus und Grund, vor. „Und jetzt hat es richtig Fahrt aufgenommen“, ergänzt Gerd Hesse, zweiter Vorsitzender des Werberings. Vier dieser Geschäfte, die entweder schließen oder sich einen neuen Standort an der unteren Mittelstraße suchen, seien es alleine seit dem Jahresbeginn. Das sorge auf wenigen hundert Metern Strecke zwischen den Hausnummern 53 und 70 für einen Leerstand von genau 50 Prozent, sagt der Werbering-Vorsitzende Wolfgang Weiss.

Schlechte Parkplatzsituation

Der Grund für die Geschäftsaufgaben an diesem Standort liegt für den Werbering auf der Hand: Die schlechte Parkplatzsituation wegen zu großer Verkehrsinseln, der Fußgängerübergänge und der Bushaltestelle sei schuld. Bereits 1999, so Wolfgang Weiss, habe eine Studie in Auftrag seiner Organisation ergeben, dass jeder Parkplatz ein wirtschaftliches Potenzial von 10 000 DM Umsatz pro Woche mit sich bringe. Und allein durch die Querungshilfen seien rund 80 Parkplätze verschwunden.

Schon seit Jahren kämpft der Werbering um bessere Parkmöglichkeiten in Haßlinghausen, aber zumeist scheitert es an der schlechten Finanzlage der Stadt. „Man hat dort ein Ohr“, sagt Gerd Hesse. „Aber es wird immer auf die Haushaltslage verwiesen.“ Er wünsche sich, dass man sich bei der Stadtverwaltung mehr Gedanken zum Parkplatzproblem mache, sagt Wolfgang Weiss, der einen konkreten Vorschlag hat. Für mehr Parkraum böte sich seiner Meinung nach eine Fläche an der Flurstraße an, die sich in privatem Besitz befindet.

Stadt verliert Gerwerbesteuer

Die Situation sei brenzlig an der oberen Mittelstraße, dieses Bild entwerfen der Werbering und Haus und Grund und verweisen auf weitere Probleme: Die Leerstände machten es für andere Geschäfte in ihrem Umfeld auch schwieriger, weil weniger Kunden dorthin kämen. So gehe auch der Stadt Gewerbesteuer verloren, außerdem werde der Abschnitt dadurch immer unattraktiver für neue Geschäfte – ein Teufelskreis, aus dem nur bessere Rahmenbedingungen helfen könnten.

Außerdem gibt es auch noch den geplanten Ikea-Homepark an der Stadtgrenze zu Wuppertal (wir berichteten), den die Stadt Wuppertal unbedingt will, der die Haßlinghauser aber beunruhigt. „Das Problem ist nicht Ikea an sich“, sagt Matthias Mayer. Es sei der Homepark mit seinen 21 000 Quadratmetern. Zum Vergleich: An der Mittelstraße hat der Einzelhandel 9000 qm.

 
 

EURE FAVORITEN

Känguru-Baby Lizzy verzückt den Zoo Duisburg

Do, 19.07.2018, 13.49 Uhr
Beschreibung anzeigen