Kulturpreis für Ludger Haverkamp aus Sprockhövel

In seinem Haus an der Magdeburger Straße lebt Ludger Haverkamp mit einer beachtlichen Zahl von Büchern
In seinem Haus an der Magdeburger Straße lebt Ludger Haverkamp mit einer beachtlichen Zahl von Büchern
Foto: Jürgen Theobald
CDU würdigt Engagement des pensionierten Lehrers und Kommunalpolitikersfür den Heimat- und Geschichtsverein. Samstag ist die Ehrung.

Sprockhövel..  Für einen Zugereisten hat Ludger Haverkamp tiefe Spuren in Sprockhövel hinterlassen. Und so wird dem pensionierten Gymnasiallehrer für sein bleibendes Verdienst, vor 40 Jahren den Heimat- und Geschichtsverein gegründet und dann 36 Jahre geleitet zu haben, am morgigen Samstag der CDU-Kulturpreis überreicht. „Ich nehme ihn stellvertretend für den Verein entgegen, denn Mitstreiter wie der zweite Vorsitzende Gerhard Koch und andere Aktive verdienen ihn ebenso“, ist Ludger Haverkamp überzeugt.

Der gebürtige Münsterländer kam 1969 nach Sprockhövel. Als Lehrer für Geschichte und Französisch arbeitete er zwar sein ganzes Erwerbsleben lang in Hattingen, der Lebensmittelpunkt war jedoch von Beginn an in Sprockhövel. Hier gründete er eine Familie mit zwei Töchtern, hier trat er sehr bald in die CDU ein, um kommunalpolitisch aktiv zu sein. „Dieser Schritt war meine Reaktion auf die Bildung der sozialliberalen Koalition in Bonn“, erzählt der 80-Jährige.

Politisch ging es gleich steil nach oben; Haverkamp erhielt den Auftrag, in Sprockhövel einen Stadtverband zu gründen. Zehn Jahre lang war er dann Vorsitzender der Christdemokraten in der Stadt, ein Vierteljahrhundert Mitglied des Stadtrates, 20 Jahre lang stellvertretender Bürgermeister. 1999 dann ein Dämpfer, als es mit der Kandidatur fürs hauptamtliche Bürgermeisteramt nicht klappte. „Da war es dann für mich eine naheliegende Notwendigkeit, schrittweise aus der Kommunalpolitik auszusteigen.“

„Weißer Fleck“ in Sprockhövel

Ein Engagement von bleibendem Wert entwickelte sich 1976, als Haverkamp von dem „weißen Fleck“ Sprockhövel auf der Karte der regionalen Geschichtsvereine hörte. „Als Historiker war ich natürlich prädestiniert für die Aufgabe, diese Lücke zu schließen“, erinnert er sich. So dauerte es kaum ein Jahr, bis der Heimat- und Geschichtsverein Vereinsstatus bekam. Themen gab es genug, die von heimatliebenden Vereinsmitgliedern ins Visier genommen werden konnten: Allen voran der Bergbau – Ludger Haverkamp bezeichnet Sprockhövel nicht als eine, sondern die Wiege des Ruhrkohlebergbaus –, Siedlungsgeschichte, Landwirtschaft, Handwerk. Und die Pflege des Plattdeutschen: „Ich kenne Mundart noch von meinem Elternhaus, ich selbst verstehe es, kann es aber nicht sprechen“, sagt Haverkamp. In den Anfangsjahren in Sprockhövel hätten noch viele Menschen im Straßenbild Platt gesprochen, das sei vorbei. „Der Nachwuchs für solche Zirkel fehlt.“

Eine wichtige Aufgabe des Heimat- und Geschichtsvereins sieht Ludger Haverkamp in der Herausgabe einer eigenen Schriftenreihe. In unregelmäßiger Folge erschienen hier Beiträge zu Themen wie Bergbau, Höfe und Kotten – aber auch zur heimischen Vogelwelt. „Ich habe bei dieser Lektüre viel gelernt“, sagt Haverkamp.

 
 

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