Kinder helfen Kindern in Peru

Der Trödelmarkt fand im Rahmen des Tags der offenen Tür an der Gesamtschule großes Interesse der Besucher. Im Bild, v.l.: Pauline, Ina und Alexandra. Die drei Mädchen besuchen die 8.Klasse und sind wahrscheinlich die ersten Paten des Action!Kidz-Projekts.
Der Trödelmarkt fand im Rahmen des Tags der offenen Tür an der Gesamtschule großes Interesse der Besucher. Im Bild, v.l.: Pauline, Ina und Alexandra. Die drei Mädchen besuchen die 8.Klasse und sind wahrscheinlich die ersten Paten des Action!Kidz-Projekts.
Foto: WAZ FotoPool
Für Kinder in Peru Kinder stellten die „Action!Kidz“ der Klasse 6c der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule in Haßlinghausen ihr Verkaufstalent unter Beweis.

Sprockhövel..  Bei all den Informationsangeboten, die Schüler und Lehrer am Tag der offenen Tür an der Wilhelm-Kraft-Gesamtschule auf die Beine gestellt hatten, gab es einen Klassenraum, in dem Schüler und Schülerinnen die Aufmerksamkeit auf etwas völlig anderes lenkten, das weit von Sprockhövel entfernt zu sein scheint: auf die peruanischen Kinderarbeiter.

Für diese Kinder stellten die „Action!Kidz“ der 6c ihr Verkaufstalent unter Beweis und boten auf einem kleinen Trödelmarkt ihre ausgelesenen Bücher, die viel zu oft gespielten Gesellschaftsspiele und noch vieles mehr an. Der Erlös des Trödels hilft den Kinderarbeitern in Peru, die durch die finanzielle Unterstützung nicht mehr in Fabriken schuften müssen, sondern endlich in die Schule gehen können.

Das Projekt „Action!Kidz“ hat die Kindernothilfe ins Leben gerufen. Die Idee dahinter: Mädchen und Jungen arbeiten bei Freunden, Nachbarn oder Unternehmen. Im Tausch erhalten sie eine Spende, die in ein Projekt der Kindernothilfe gegen ausbeuterische Kinderarbeit fließt. Die Schirmherrschaft des Projekts liegt bei Christina Rau. Darüber hinaus steht es den Schüler frei, sich noch weiter einzusetzen. Und hier sind die Haßlinghauser Gesamtschüler einfach vorbildlich.

„Seit einigen Jahren veranstalten wir einen Sponsorenlauf“, sagte Beate Schenke, Klassenlehrerin der 6c. Der letzte Lauf habe kurz vor den Sommerferien stattgefunden. „Die Kinder der fünften und sechsten 6. Klassen liefen dort mit.“ Die Summe, die durch den Lauf zusammenkam, ist beeindruckend: 3000 Euro waren es. Natürlich sind die Schüler auch in den Betrieben, meist in den Herbstferien, und lernen am eigenen Leib, dass es viel schöner sein kann, die Schulbank zu drücken, statt Tag für Tag zu schuften. Das Engagement der Gesamtschüler geht noch viel weiter. Denn für die „Action!Kidz“ ist nach der 6. Klasse eigentlich Schluss. Danach wird das Projekt nicht mehr angeboten. „Nicht mit uns!“, haben sich Alexandra, Ina und Pauline gedacht. Die drei Mädchen sind nunmehr in der achten Klasse und unterstützen das Projekt nach wie vor. Nicht mehr aktiv, sondern passiv, als Paten. „Paten gibt es wohl an keiner anderen Schule“, sagten Alexandra und Ina. Warum sie noch immer dabei sind? „Mich berührt das Thema, da will man einfach helfen“, fügt Alexandra hinzu.

Doch die Schüler und Schülerinnen verkauften nicht nur ihre Sachen, was übrigens überraschend leicht fiel. „Wir müssen gar nicht feilschen. Wenn etwas beispielsweise zwei Euro kostet, werden fünf Euro gezahlt – weil es eben für den guten Zweck ist“, sagte Alexandra. Die Schüler hatten für den Tag auch Infoblätter, Flyer und Plakate vorbereitet, um über die Kinderarbeit in Peru aufzuklären oder zogen durch die Flure und sammelten Spenden.

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