Keine Zeichen für Steuererhöhung in Sprockhövel

Ralf Schmidt vertritt kommissarisch Kämmerer Rainer Kaschel, der beruflich nach Bielefeld gewechselt ist. Im Vorraum der Sporthalle in Haßlinghausen berichtete er von der hauswirtschaftlichen Situation Sprockhövels.
Ralf Schmidt vertritt kommissarisch Kämmerer Rainer Kaschel, der beruflich nach Bielefeld gewechselt ist. Im Vorraum der Sporthalle in Haßlinghausen berichtete er von der hauswirtschaftlichen Situation Sprockhövels.
Foto: Manfred Sander
Kommissarischer Kämmerer Ralf Schmidt berichtete über hauswirtschaftlicheSituation der Stadt. Eine Anhebung der Grundsteuer B soll vermieden werden.

Sprockhövel..  Am Ende der Veranstaltung, bei der Mitglieder des Verwaltungsvorstandes der Stadtverwaltung über die Haushaltssituation sprechen wollten, hatte Gerhard Altenkamp die Information bekommen, für die er an diesem nasskalten Abend gekommen war: „Die Grundsteuer B wird nicht kommen, davon bin ich jetzt überzeugt!“ Auch eine andere Besucherin, die ihren Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, hatte den für sie zentralen Hinweis verstanden: „So ein Haushalt hat immer einige Unwägbarkeiten, aber wenn ich unseren Kämmerer hier richtig verstanden habe, will niemand die Erhöhung der Grundsteuer.“

Es war, wie so oft in Sprockhövel während der letzten Monate, wieder ein Abend der Stellvertreter: Evelyn Müller, Fachgebietesleiterin und seit September Vertreterin des erkrankten Bürgermeisters Ulli Winkelmann, begrüßte Bürger und Lokalpolitiker, die sich für die Bürgerinformationsveranstaltung im Vorraum der Sporthalle Haßlinghausen eingefunden hatten. Dann leistete der kommissarische Kämmerer Ralf Schmidt das Kunststück, in einem halbstündigen Vortrag die Eckpunkte des Haushaltes für 2017 zu erläutern – und wie ein Etat überhaupt entsteht. „Das Thema, das uns aktuell umtreibt, beginnt bereits im April“, sagte die frühere rechte Hand von Kämmerer Rainer Kaschel. Im Frühjahr finden innerhalb der Verwaltung die ersten Sondierungen statt; da melden die einzlnen Abteilungen ihren Bedarf an. „Die Kämmerei listet auf, vergleicht mit den Ansätzen im Vorjahr, hält Rücksprache, wenn die Abweichungen insbesondere nach oben signifikant sind“, so Schmidt. Als Beispiel nannte er den Personaletat, der mit 13,18 Millionen Euro 2017 wieder einmal angestiegen ist – Hintergrund seien höhere Anforderungen in den Bereichen Kita und Asyl.

Nur geringer Überschuss 2016

Bis Ende August, führte Ralf Schmidt aus, habe sich eine Lücke im Haushalt 2017 in Höhe von rund 700000 Euro ergeben, da habe Kämmerer Rainer Kaschel beschlossen, den Hebesatz bei der Grundsteuer B um 90 auf 820 Punkte heraufzusetzen. „Das letzte Wort aber hat der Rat“, so Schmidt.

Er berichtete über den Stärkungspakt, dem Sprockhövel wegen Überschuldung 2010 beigetreten sei und der der Stadt einen Sanierungsplan und Konsolidierungsleistungen abverlangt. Um dem Publikum eine Vorstellung davon zu geben, mit welchen Beträgen die Kämmerei arbeitet, berichtete Ralf Schmidt von den Erträgen in Höhe von 66 Millionen Euro, wobei fast 40 Millionen aus der Gewerbesteuer, 15 Millionen aus der Einkommen- und 7 Millionen aus der Grundsteuer fließen. Die Erhöhung habe man rausgerechnet.

„Am Ende weist das Jahresergebnis jedoch für 2016 lediglich einen Überschuss von knapp25000 Euro aus“, referierte Schmidt. Für das nächste Haushaltsjahr soll der steigen – auf über 80000 Euro, und hoffentlich ohne Grundsteuererhöhung.

 
 

EURE FAVORITEN

Warum sich die Polizei bei Fahndungen nicht direkt an die Öffentlichkeit wendet

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.
Mi, 19.09.2018, 16.32 Uhr

Öffentlichkeitsfahndungen: Annika Koenig, Sprecherin der Polizei Essen, erklärt unter welchen Umständen die Polizei sich bei der Suche nach Tatverdächtigen oder Vermissten an die Bürger wendet.

Beschreibung anzeigen