Kampagne Pflege und Beruf

Das Bildungszentrumder IG Metall gehört jetzt dazu. Im Bild v.l:  Christina Flügge, Christa Beermann und Zentrumsleiter Fritz Janitz.
Das Bildungszentrumder IG Metall gehört jetzt dazu. Im Bild v.l: Christina Flügge, Christa Beermann und Zentrumsleiter Fritz Janitz.
Foto: Privat
Bereits heute werden im Ennepe-Ruhr-Kreis mehr als 7000 Menschen zu Hause von Familienangehörigen gepflegt, jede zehnte berufstätige Frau kümmert sich um Angehörige. Der demografische Wandel dürfte diese Zahlen in den nächsten Jahren weiter steigen lassen.

Sprockhövel.  Bereits heute werden im Ennepe-Ruhr-Kreis mehr als 7000 Menschen zu Hause von Familienangehörigen gepflegt, jede zehnte berufstätige Frau kümmert sich um Angehörige. Der demografische Wandel dürfte diese Zahlen in den nächsten Jahren weiter steigen lassen.

Und wer pflegt die Angehörigen? Nach einer bundesweit angelegten Studie sind es 73 Prozent der Frauen, die versuchen, Arbeit und Pflege unter einen Hut zu bringen. Nach der Studie treffen Frauen bei ihren Arbeitgebern zwar auf Verständnis. Über die Hälfte findet es aber dennoch schwierig, die Herausforderungen an Arbeitsplatz und Pflegebett miteinander zu vereinbaren, reduziert die Arbeitszeit und muss mit der Doppelbelastung fertig werden.

„Ich pflege meine Mutter“

„Diese Zahlen überraschen uns nicht. Sie belegen, wie sinnvoll die kreisweite Kampagne Pflege und Beruf ist“, kommentiert Christa Beermann, Demografiebeauftragte des Ennepe-Ruhr-Kreises, die Ergebnisse. Zusammen mit den Akteuren im Netzwerk W(iedereinstieg) EN hat sie die Postkarten- und Plakataktion gestartet. Zum einen sollen Betroffene anderen Betroffenen mit der Aussage „Ich pflege meine Mutter“ Mut machen. „Zum anderen“, so Beermann, „suchen wir Unternehmen, die ihren Arbeitnehmern Unterstützung signalisieren.“ Aktuell kann sich das Netzwerk W dabei über einen Neuzugang freuen. Das IG Metall-Bildungszentrum Sprockhövel ist die fünfte Einrichtung, die der Kampagne offiziell beigetreten ist.

„Während es im beruflichen Umfeld quasi selbstverständlich ist, an der Geburt eines Kindes Anteil zu nehmen, und es für die Betreuung des Nachwuchses Angebote gibt, hängt es kaum jemand an die große Glocke, wenn der Alltag plötzlich Kopf steht, weil seine Eltern nicht mehr allein zurechtkommen“, begründet Zentrumsleiter Fritz Janitz den Beitritt. Schon heute können die Pflegenden unter den mehr als 80 Beschäftigten von längerfristigen Freistellungen sowie der flexiblen Arbeitszeitregelung profitieren. „Ab Januar wird es bei uns zudem eine spezielle Ansprechpartnerin für diese Gruppe geben“, kündigt Janitz an.

„Das Bewusstsein für die Notwendigkeit, Pflege und Beruf vereinbaren zu können, sollte noch stärker in den Köpfen aller präsent sein und gelebte betriebliche Praxis werden“, wünschen sich Schulleiter Janitz und Betriebsratsvorsitzende Christina Flügge.

 
 

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