Herbert Knebels Affentheater in Sprockhövel

Herbert Knebel (Uwe Lyko, l.), der Trainer und das legendäre Affentheater in der mit 900 Zuschauern gefüllten Glückauf-Halle. Die Ruhrgebiets-Combo glänzte am Donnerstagabend mit dem Programm „Männer ohne Nerven“.
Herbert Knebel (Uwe Lyko, l.), der Trainer und das legendäre Affentheater in der mit 900 Zuschauern gefüllten Glückauf-Halle. Die Ruhrgebiets-Combo glänzte am Donnerstagabend mit dem Programm „Männer ohne Nerven“.
Foto: Volker Speckenwirth
Herbert Knebel und seine hochmusikalische Boy-Group brachten diemit 900 Zuschauern gut gefüllte Glückauf-Halle zum Kochen.

Sprockhövel..  Mann, Ozzy, der Hüftschwung klappt ja noch wie vor 20 Jahren. Im Musikgeschäft zu arbeiten, scheint der Gesundheit gut zu tun. Die Männer ohne Nerven, wie Knebel sein Affentheater treffend titulierte, rockten am Donnerstagabend die Bühne der Glückauf-Halle in Sprockhövel. Vor 900 Zuschauern. Fast ausverkauft bis auf ganz wenige Plätze. Die Jungs kommen beim Publikum an. Und wie. Schließlich sind sie fast Inventar des Ruhrgebiets.

„Hast du nen Tipp, wie ich meine Nerven in den Griff krieg?“, fragt der Trainer Ozzy. Der wird gleich ganz praktisch. „Mit Entspannung“, sagt er und macht vor, wie das so geht. Mit Atmen, nämlich. Auf den Rücken legen und in die einzelnen Körperregionen reinatmen. „Jetzt hab ich Luft im Fuß“, sagte Ozzy. Der Trainer ist gar nicht angetan von der Methode. „Dann krieg ich nachher auch so ne Plauze wie du.“ Zu den umwerfend guten Musikeinlagen schwingt der Trainer sein Hüftgold, gibt alles. Kommentar von Knebel: „Das ist eine Symbiose aus Ausdruckstanz und Hammerwerfen.“

Immer wieder erzählt Knebel von den kleinen Widrigkeiten des Lebens. Nee, wat man alles erleben kann. „Egal, wat für Nationalitäten sich verbergen, Hauptsache lecker.“ Zum Glück sei einem Gast schlecht geworden, da wurde ein Tisch frei beim Inder. Dann aussuchen zwischen scharf, sauscharf und unglaublich scharf. Und dann muss die Ehefrau wieder von seinem Essen klauen, obwohl sie ein eigenes hat. „Der kurze Moment der Gier hat mir dat Leben gerettet“, erzählt Knebel. Sie lief bunt an wie eine Lavalampe, die immer die Farbe wechselt. Es kam sogar Qualm aus ihren Ohren. Ihr Krefelder hat sie auf ex ausgetrunken, dann robbte sie auf allen Vieren durchs Lokal, um sich dann auf den Wassernapf für Hunde zu stürzen. Da lobe man sich ja die Currywurst vom Balkangrill. Als die Jungs zu „Atemlos durch die Nacht“ über die Bühne wedeln, ist der Hexenschuss nicht weit. Da geht beim Trainer nicht mehr viel. Die Hand ins Kreuz gelegt, humpelt er von der Bühne, um später fit wiederzukommen. Knebel erzählt von einem Freund, der in jungen Jahren ein ganz wilder war.

Schnuppertage im Seniorenstift

„Seit wann hasse denn nen Rollator“, fragt Knebel. „Dat is kein Rollator, das is en mobiler Aschenbecher“, kontert der Freund. Dann erzählt er vom Schnupperwochenende im St. Franziskus Seniorenheim. „Ich lass mich pflegen von so Strategen.“ Die Rentner auf der Bühne diskutieren über Energie und den Akku im Menschen. „Wat meinse, wat Windräder fürn Strom fressen“, vermutet der Trainer. Dann wird es philosophisch. Früher gab’s ja jede Menge Lieder mit eindeutigem Inhalt. „Let’s spend the night together“ zum Beispiel. „Heute guck ich meine eigene Lebenskerze an und stell fest, dat der Docht immer kürzer wird“, sagt Pichel. Das Publikum brüllt vor Lachen. Mega Mucke gefiel dem Publikum, das Trainer-Solo „Du sexy Ding“ frei nach Hot Chocolate riss die Zuhörer von den Stühlen. Zum Schluss ging nichts ohne Zugabe. Affentheater vom Feinsten.

 

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