Gesamtschüler leiten eigene Firma

Joel Schluck (Finanzen), Leon Liphardt (Vorstand) und Lukas Zemann (Marketing) gehören zur Schülerfirma, die den Kiosk betreibt.
Joel Schluck (Finanzen), Leon Liphardt (Vorstand) und Lukas Zemann (Marketing) gehören zur Schülerfirma, die den Kiosk betreibt.
Foto: Volker Speckenwirth
Sie betreiben den Schulkiosk Wikki, müssen dabei wirtschaften und entwickeln eine Marketingstrategie mit Spezialangeboten.

Sprockhövel..  Wikki hilft beim kleinen Hunger zwischendurch. Hinter der Abkürzung steckt der Wilhelm-Kraft-Kiosk. Und der wird von einer Firma betrieben, die komplett von Schülern geleitet wird.

Täglich während der Pausen werden hier die Haßlinghauser Gesamtschüler versorgt. Wikki hat einen Firmenvorstand, Verwaltungs-, Personal-, Marketing- und Finanzabteilung. An der Spitze der Abteilungen stehen Leon Lip­hardt, Jaqueline Wenzel, Julia Langweiler, Lukas Zemann und Joel Schluck, allesamt Schüler der Jahrgangsstufe Q1. Sie führen die Schülerfirma weiter. „Von der jetzigen Q2“, erzählen sie. Die offizielle Übernahme findet aber erst Ende November statt.

Die Firma wird zum einen durch das Junior-Programm des Instituts der deutschen Wirtschaft aus Köln begleitet, zum anderen durch einen Paten. Auf Wunsch steht Gesamtschullehrer Klaus Oesterdiekhoff zur Seite. Und Schulleiter Christoph Uessem ist gewissermaßen der Aufsichtsratsvorsitzende. „Die Firma ist also echt und original“, sagt der Schulleiter.

Die Schüler sind verantwortlich für das Angebot, für den Einkauf der Ware, für ihren Verkauf. Sie müssen wirtschaften und Rechenschaft ablegen. Ihr Engagement wird benotet, im Stundenplan ist jeden Donnerstag eine Doppelstunde für das Projekt reserviert – zusätzlich zu den Öffnungszeiten.

Dem neuen Wikki-Team kam es zwar zugute, dass erste Grundlagen gelegt waren. Doch haben sie sich nicht ins gemachte Nest gesetzt. Gleich zu Beginn erweiterten sie die Strukturen der Firma um eine Marketing-Abteilung, die es zuvor nicht gab. „Und die viel Arbeit macht“, sagt Lukas Zemann. Er ist der Leiter der neuen und personalstarken Abteilung. Der Kiosk soll bei den alten Schülern nicht in Vergessenheit geraten und bei den neuen bekannter werden.

Wikki soll eine Gelegenheit für die Schüler sein, vor Ort etwas zu Essen kaufen zu können. „Und nicht zu den naheliegenden Supermärkten gehen“, ergänzt Leon. Denn eigentlich dürfen nur Oberstufenschüler ab der Q1 das Schulgelände verlassen.

Das Angebot soll erweitert werden. „Wir wollen Hotdogs anbieten, mal die Grillwurst oder das Eis im Sommer.“ Das Angebot könne auch den Jahreszeiten angepasst werden. Beispielsweise ist Punsch zu Weihnachten angedacht.

In der kommenden Woche findet die offizielle Übergabe des Kiosks an das neue Team statt. „Und wir müssen einen ersten Bericht abgeben“, sagt Leon, der sich aber sicher ist, die Erwartungen zu erfüllen.

 

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