Frühschwimmer, leidenschaftlich und wetterfest

Egdar Tönges
Egdar Tönges
Foto: Fischer
Freibad an der Bleichwiese: Edgar Tönges ist 89 Jahre alt und geht 20 bis 30 Minuten ins Becken.

Sprockhövel..  Bei Wind und Wetter und in aller Frühe: Im Freibad an der Bleichwiese gibt es eine Gruppe eingeschworener Frühschwimmer. Und die springen aus Leidenschaft ins kühle Nass. „Ich bin täglich hier“, sagt Günther Hahn. In dieser Saison kommt er auf gerade mal drei Fehltage. Seine Lieblingsdistanz sind die 1500 Meter. „Mit Kraft dahinter“, sagt er.

Eine stolze Leistung. Denn Hahn – mit Badelatschen und Schwimmbrille locker in der Hand macht er sich gerade für sein Training fertig – ist 79 Jahre alt. Hier im Freibad fühlt er sich pudelwohl. „Die Leute sind nett und das Wasser ist toll.“ Was das Alter angeht, muss er sich indes von Edgar Tönges geschlagen geben. „Ich bin 89“, sagt der. Schwimmen halte halt fit. Tönges setzt sich zwar keine bestimmte Distanz, die er bewältigen möchte. „20 bis 30 Minuten müssen es schon sein.“ Und auch er ist wetterfest, schwimmt bei Regen oder Sonnenschein, kann es sogar richtig gut leiden, wenn die Luft kälter als das Wasser ist. „Dann steht hier eine Dunstschicht über dem Schwimmer.“

Sabine Schlemmer, Mitarbeiterin bei der Stadt, war gerade auf dem Weg zur Arbeit, fuhr am Schwimmbad entlang und dachte sich: „Mach es einfach.“ Wenig später zog sie ihre Bahnen. „Ich genieße einen Kilometer.“ Heißt: Ihr kommt es weder auf Zeit, noch auf Geschwindigkeit an. Sprockhövels Frühschwimmer kennen sich alle untereinander. Da überrascht es nicht, dass auch Schlemmer jemanden zum gemeinsamen Trainieren fand. „Meine Schwimmschwester Gudrun Winkler.“

Acht Frühschwimmer trainieren heute im Wasser. Und jeden einzelnen hat Jasmin Dal Canton im Blick. Die Fachangestellte für Bäderbetrieb geht ruhig am Beckenrand entlang. Sie kümmert sich auch um die Wasserqualität. Dreimal täglich prüft sie den pH-Wert und den Chlorgehalt. Dazu füllt sie mit einer Art Schöpfkelle etwas Wasser aus dem Becken in ein kleines Gläschen, gefolgt von ein paar Tropfen aus einer Flasche. Nach einem kurzen Augenblick färbt sich das Wasser im Glas zartrosa. „Das sieht gut aus“, urteilt sie.

Die Saison fing übrigens vielversprechend an. Während der Mai mit 3064 Besuchern noch schwach war – ein Jahr zuvor waren es 3800 – waren es Mitte Juni bereits 5274 Besucher.

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