Flüchtlinge werden fit für den Arbeitsmarkt

Einer der Flüchtlinge zeigt stolz das Zertifikat. Er kann jetzt die Sprache seiner neuen Heimat und hat dies schwarz auf weiß.
Einer der Flüchtlinge zeigt stolz das Zertifikat. Er kann jetzt die Sprache seiner neuen Heimat und hat dies schwarz auf weiß.
Foto: Bastian Haumann / Funke Foto Services
Das Netzwerk „Zukunftsperspektive Ennepe-Ruhr – Bochum“ bietet Sprachkurse und Berufsorientierung für den Start in ein neues Leben.

Sprockhövel..  Flüchtlinge fit für den Arbeitsmarkt zu machen, ist Ziel einer Maßnahme des Netzwerkes „Zukunftsperspektive Ennepe-Ruhr – Bochum“. Denn der Start in ein neues Leben in einem völlig fremden Land ist nicht einfach. Zum Programm gehört die Sprachförderung ebenso wie die Berufsorientierung.

Oft müssen die Flüchtlinge von null anfangen. Rita Nachtigall von der Arbeiterwohlfahrt, die das Projekt betreut, habe das selbst erfahren. Sie kam 1991 aus der ehemaligen Sowjetunion nach Deutschland. „Eigentlich war ich Lehrerin, studierte die russische Sprache, Geschichte und Literatur.“ Ihre Ausbildung wurde hier nicht oder nur zu Teilen anerkannt. „Ich habe dann eine Ausbildung zur Erzieherin gemacht.“

Andere haben heute noch Angst davor, dass sie von den Regimes entdeckt werden, vor denen sie flohen. „Daher möchte auch ich nicht mit Namen in der Presse stehen“, sagte einer der Lehrer, der jetzt die Neuankömmlinge in Haßlinghausen unterrichtete. Er fing hier selbst als Flüchtling an. „Aber ich konnte die Sprache und auch ein wenig Englisch, das habe ich in der Schule gelernt.“ Doch die ersten Monate seien schwierig gewesen.

Seit Dezember paukte nun eine Gruppe von Flüchtlingen mehrmals pro Woche Vokabeln und Grammatik. Nicht immer fiel es ihnen leicht. „Deutsche Sprache, schwere Sprache“, sagte eins der Mitglieder. Doch jetzt feierte die Gruppe den Abschluss des Kurses. Jeder erhielt ein Zertifikat, das sich gut in den Bewerbungsunterlagen macht. Denn die Teilnehmer des Kurses haben es schwarz auf weiß: Sie können Deutsch.

Kompetenztest für Berufswahl

Die Sprachförderung war dabei nur ein Teil der Maßnahme, die vor Ort von der Arbeiterwohlfahrt und von der außerbetrieblichen Ausbildungsstätte der Handwerkskammer Dortmund durchführt wird, als Teil des Netzwerks „Zukunftsperspektiven Ennepe-Ruhr – Bochum“. Berufsorientierung und die Orientierung vor Ort gehörten ebenso dazu.

So nehmen die Flüchtlinge an einem Kompetenztest in den Bereichen Metall, Bauwesen, Holz, Maler und Lackierer sowie Systemgastronomie teil. Auch hier bekommen sie eine entsprechende Beurteilung. „Ich glaube, dass Deutschland ein Land mit sehr viel Papier ist“, sagte einer lachend.

Für die Flüchtlinge, die am Deutschkurs teilnahmen, endet der Unterricht nicht. Das Programm, zu dem das Projekt gehörte, läuft zwar Mitte des Jahres aus. Die Sprockhövelerin Miriam Venn unterrichtet sie aber ehrenamtlich weiter. Auch einen Tanzkurs habe sie angedacht.

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